Gabriel soll das SPD-Ruder übernehmen:
Umweltminister folgt damit Müntefering

Nahles ist als neue Generalsekretärin vorgesehen Künftig gibt es vier stellvertretende SPD-Vorsitzende

Gabriel soll das SPD-Ruder übernehmen:
Umweltminister folgt damit Müntefering © Bild: Reuters

Freie Bahn für Sigmar Gabriel auf seinem Weg an die SPD-Spitze: Das Präsidium schlug den deutschen Umweltminister offiziell als neuen Parteichef vor. Der 50-jährige Niedersachse folgt damit Franz Müntefering nach, der nach der historischen Niederlage bei der Bundestagswahl nicht mehr antritt - und wird voraussichtlich der zehnte und jüngste SPD-Vorsitzende seit Willy Brandt 1964.

Die SPD-Spitze empfahl dem Parteitag Mitte November in Dresden zudem, Münteferings bisherige Stellvertreterin Andrea Nahles als neue Generalsekretärin zu wählen. Als stellvertretende Parteichefs kandidieren die nordrhein-westfälische Landeschefin Hannelore Kraft, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sowie der bisherige Arbeitsminister Olaf Scholz und die Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig. Barbara Hendricks soll Schatzmeisterin bleiben.

Die Debatte über den künftigen Kurs ging unterdessen munter weiter. Am Wochenende hatte der neue Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier seine Genossen vor einem Linksruck gewarnt. Der designierte Parteivize Klaus Wowereit verlangte aber, eine Koalition mit der Linkspartei im Bund nicht länger zu tabuisieren. Bei der Wahl am 27. September hatten die Sozialdemokraten nach einem beispiellosen Absturz nur noch 23 Prozent der Stimmen erzielt.

(apa/red)