Gabi "kuschelt" sich in die Pole-Position:
Landeshauptfrau laut Umfragen klar vorne

ÖVP nun angriffslustiger - FPÖ großer Gewinner? Grüne mit Gegenwind - BZÖ wohl ohne Chance

Gabi "kuschelt" sich in die Pole-Position:
Landeshauptfrau laut Umfragen klar vorne © Bild: APA/Neumayr

Kuscheln, bis der Arzt kommt. Der inhaltsfreie Wohlfühl-Wahlkampf der Salzburger SPÖ scheint aufzugehen, Gabi Burgstaller wird laut Umfragen der Wahlsieg nicht mehr zu nehmen sein. Da wird auch der neue angriffslustige ÖVP-Wahlkampfstil vermutlich nichts daran ändern können. Hinter der FPÖ steht wie immer ein Fragezeichen, erhält sie doch in der Wahl-Regel immer mehr Stimmen als in Umfragen. Bei den Grünen treibt immer noch der "Geist Voggenhuber" sein Unwesen. Und das BZÖ wird wohl seiner Tradition treu bleiben und weiterhin die Rolle eines politischen Zusehers denn Akteurs ausfüllen.

"Ihre Art macht den Unterschied" und "Meine, deine unsere Landeshauptfrau". Mit Slogans wie diesen und einer themenarmen Wohlfühl-Kampagne setzt die Salzburger SPÖ voll auf die Popularität Burgstallers und ist damit bisher recht gut gefahren: Laut Umfragen muss die SPÖ zwar Wähler an die FPÖ abgeben, liegt aber seit Monaten konstant vorne.

ÖVP spricht von "Wählertäuschung"
Die ÖVP ist zwar mit dem Vorsatz angetreten, Salzburg wieder schwarz einzufärben, fand bisher aber kein Rezept gegen die rote "Kuschel-Kampagne": Vor einem Persönlichkeitswahlkampf gegen Burgstaller schreckte Herausforderer Haslauer trotz passabler Werte zurück, thematisch konnte die ÖVP kaum durchdringen und auch harte Attacken auf die populäre SP-Frontfrau scheute die Partei. Letzteres scheint sich nun zu ändern: Im Finale wird Haslauer angriffslustiger und wirft Burgstaller "Wählertäuschung" beim Landesbudget vor, das wegen Steuerreform und Wirtschaftskrise in die roten Zahlen rutscht - ein riskantes Spiel, hat die ÖVP doch Budget und Steuerreform mitbeschlossen und ein Defizit im Dezember noch gutgeheißen.

FPÖ als großer Gewinner?
Große Unbekannte im Wahlkampf ist die FPÖ: Ihr Zusammenbruch hat den roten Wahlsieg 2004 erst ermöglicht, nun hoffen manche in der ÖVP, dass eine blaue "Wählerrückholaktion" den Wahlabend doch noch spannend machen könnte. Tatsächlich werden der tatkräftig von Bundesparteichef Heinz Christian Strache unterstützten FPÖ am 1. März deutliche Gewinne vorhergesagt, Rekordergebnisse wie in den 90er Jahren scheinen aber außer Reichweite. In den jüngsten Umfragen schwanken die Werte zwischen acht und 16 Prozent, in der Regel schneidet die FPÖ bei der Wahl selbst aber immer besser ab.

"Geist Voggenhuber" schwirrt herum
Für die Grünen wird der Wahlabend zur Zitterpartie: Sie wollen das 2004 nur um wenige Dutzend Stimmen verpasste dritte Mandat erobern, was den vollen Klubstatus im Landtag, mehr politische Möglichkeiten und mehr Fördermittel bedeuten würde. Zum in Zeiten der Wirtschaftskrise ohnehin ungünstigen Meinungsklima für die Ökopartei kam mitten im Wahlkampf aber noch ein öffentlicher Pallawatsch um den EU-Abgeordneten Johannes Voggenhuber dazu. Laut Umfragen kann Spitzenkandidat Cyriak Schwaighofer sein Ergebnis vom letzten Mal bestenfalls halten - womit die Grünen beim dritten Mandat den Untiefen der Wahlarithmetik ausgeliefert wären.

BZÖ wohl chancenlos
Kaum Chancen auf den Einzug in den Landtag geben die Umfragen dem BZÖ, obwohl die Orangen bei der Nationalratswahl in Salzburg noch auf über zwölf Prozent gekommen waren. Auf eine nennenswerte Parteiorganisation kann die Partei in Salzburg nicht zurückgreifen (bei der Gemeinderatswahl schaffte sie nur in vier Kommunen den Antritt). Einzig in der Stadt Salzburg brachte Bündnispartnerin Doris Tazl eine prall gefüllte Kriegskasse mit in die Wahlgemeinschaft: Laut einem Kontrollamtsbericht hatte ihre von der FPÖ abgespaltene Namensliste Ende 2007 noch rund 270.000 Euro am Konto.

(apa/red)