Diskussion von

Gabalier vs. SPÖ

Partei distanzierte sich von Musiker - Gabalier spricht von "Skandal" und "Faschismus in reinster Form"

Gabalier © Bild: APA/Scheriau

Die Grazer SPÖ-Kundgebung vom 1. Mai hat noch Tage danach ein künstlerisches Nachspiel: Die Sozialdemokraten wollten nicht, dass die gebuchte Band, die am Hauptplatz bei der Kundgebung aufspielte, Lieder von Andreas Gabalier covert. Als sie es doch taten, distanzierte sich die SPÖ auf der Bühne vom "Volks-Rock'n'Roller". Gabalier selbst nannte das am Sonntag in einer Videobotschaft einen "Skandal". Und auch Kanzler Sebastian Kurz meldete sich zu Wort.

Der bekannte Musiker empfinde den Vorfall nicht nur als traurig, sondern das sei "Faschismus in reinster Form", kritisierte er. Um den tatsächlichen Hergang des Auftritts am 1. Mai gibt es eine "Patt-Situation", bestätigte SPÖ-Regionalgeschäftsführer Patrick Trabi Sonntagabend auf APA-Nachfrage. Er sagte, dass es bereits im Jahr davor parteiinterne Diskussionen um Lieder von Gabalier bei der Kundgebung gegeben habe. Heuer habe man sich entschieden, die gebuchte Band schon vor dem Auftritt zu informieren, dass man manche Lieder nicht bei der Kundgebung hören möchte. Die Musiker dagegen behaupten laut Trabi, dass es diese Information nicht gab.

Grund für Abneigung: Unter anderem sein Frauenbild

So kam es, dass ein Lied von Gabalier gespielt wurde. Eine Frau aus den Reihen der SPÖ ging danach auf die Bühne und habe laut Trabi um Applaus für die Band gebeten, danach aber darauf hingewiesen, dass man Lieder des "Volks-Rock'n'Rollers" nicht möchte. Grund dafür sei etwa dessen Frauenbild, das die SPÖ nicht gutheiße.

"Jeder kann hören, was er will"

Im Zuge der vergangene Woche aufgekommenen Debatte hat sich der steirische SPÖ-Landegeschäftsführer Günter Pirker geäußert: "Welche Musik bei einer Veranstaltung gespielt - oder eben nicht gespielt - wird, obliegt ganz den jeweiligen Organisatoren. Da gibt es selbstverständlich keine Vorgaben oder gar 'Verbote' in der SPÖ."

Pirker stellte in einer Aussendung am Montag klar, dass es innerhalb der SPÖ keine Musikvorgaben gebe und jede Stadt- und Ortsorganisation selbst entscheidet, welche Musik sie bei Veranstaltungen spielen wolle. "Den einen gefällt die Musik von Andreas Gabalier, den anderen nicht", sagte Pirker. "Von 'Verbot' oder gar 'Zensur' zu sprechen geht wirklich sehr weit an der Realität vorbei. Bei vielen Mai-Feiern in der Steiermark - etwa in Leoben, wo die Feier richtigen Volksfestcharakter hat - wurde ja die Musik von Andreas Gabalier genauso gespielt wie von jeder anderen Band. Es ist wirklich Zeit, die künstliche Aufregung über die 'Playlist' bei der Maifeier in Graz zu beenden", so Pirker.

Kurz gibt Statement ab

Indes meldete sich auch Kanzler Kurz zu Wort und findet, man solle die "Kunst sowie die Künstlerinnen und Künstler frei arbeiten. Egal wie sie aussehen, welche Musik sie spielen oder Meinung sie haben", so Kurz via Facebook.

Gabalier bedankt sich bei Kurz

Und auch Andreas Gabalier reagierte wiederum auf Kurz' Posting und bedankte sich für die "diplomatischen und smarten Worte" des Kanzlers, denn "genau so ist es", wie der Volksmusiker selbst via Facebook-Video ausrichten ließ. Die Musik solle das "ohnehin gespalte Land nicht noch weiter auseinander treiben", so Gabalier.

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Kommentare

Großteils singt der Gabalier von seinen erotischen Träumereien. Der ist doch ur peinlich mit seinen Hintern-Liedern. Und dann noch das Loblied auf die FPÖ (Edelweiss). Wir doch wohl klar sein, dass der nicht bei der SPÖ erwünscht ist.

Superguppy melden

Es ist doch schon erstaunlich. Diese SPÖ verlangt von uns allen Toleranz solange es um die unsinnigen Themen dieser Looser-Partei geht und selbst betreibt sie Ausgrenzung und Abwertung. Man mag zu seiner Musik stehen, wie man will. Man muss sie sich ja nicht anhören, aber das, was da von der SPÖ ausgeht ist abwegig.

kkika melden

Bei manchen Usern fehlt der IQ-Wert um zu wissen, daß es sich hier um keine Ausgrenzung und Abwertung handelt; sondern daß der Veranstalter eine Band bezahlt und daher auch bestimmt was gespielt oder nicht gespielt wird.

Mit seinem derzeitigen Verhalten wird er sicher einige Fan's verlieren !

Roland Mösl
Roland Mösl melden

Diese ständige lächerliche Ausgrenzungspolitik der Linken. Heute hätte ein kritischer Mensch keine Chance in dieser Partei nach oben zu kommen, so siecht dann auch die Parteispitze.

kkika melden

Wer zahlt schafft an - es handelt sich also um keine Ausgrenzung, sondern ganz einfach um einen Vertrag, der regelt, was der Zahlende gespielt oder nicht gespielt haben möchte.

gebt-den-Rechten-kein-Forum melden

Roland Mösl die rechte Ratte wieder mit seinem Kommentar!

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