Gab es "Hobbits" in Asien? Wissenschafter zweifeln an Existenz des Flores-Menschen

Umstrittene Theorie über Zwerge auf Pazifik-Insel Neben Homo Sapiens könnte zweite Art gelebt haben

Gab es "Hobbits" in Asien? Wissenschafter zweifeln an Existenz des Flores-Menschen

Drei Jahre nach dem spektakulären Fund des Skeletts eines nur einen Meter großen Menschen auf der indonesischen Insel Flores haben Wissenschafter Zweifel, dass es sich bei dem Fund wie bisher angenommen um einen neuen Vorfahren des heutigen Menschen handelt.

Nach einem in der US-Fachzeitschrift "Science" erschienenen Bericht von Forschern des Museums von Chicago handelt es sich bei den in einer Höhle gefundenen Knochen um einen normalen Menschen, der wegen einer Viruserkrankung einen außergewöhnlich kleinen Schädel und ein unterentwickeltes Gehirn hatte.

Das Hirn des auf den Namen LB1 getauften Fundes sei auch für einen Zwergenmenschen viel zu klein, argumentieren die Forscher. Zudem könnten die an der Fundstelle gefundenen Steinwerkzeuge auch von modernen Menschen (Homo Sapiens) stammen, die vor etwa 18.000 Jahren ebenfalls auf der Insel gelebt haben könnten.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der australische Forscher Maciej Henneberg mit ähnlichen Argumenten Zweifel an der Klassifikation des Fundes geäußert.

Der 2003 gemachte Fund des zwergenhaften Flores-Menschen hatte weltweit für Aufsehen gesorgt, für die Paläontologen galt er als weiteres Puzzle-Stück in der Entstehungsgeschichte des Menschen und als Beweis dafür, dass der Homo Sapiens zeitweise gleichzeitig mit anderen menschenartigen Lebewesen die Erde bevölkerte.

(apa/red)