"Gab nie Aussage bezüglich Mittätern": Natascha Kampusch widerspricht Zweiflern

Schriftstücke: Einzeltätertheorie in Frage gestellt "Nur unbestätigte Gesprächsnotizen von Ermittlern"

"Gab nie Aussage bezüglich Mittätern": Natascha Kampusch widerspricht Zweiflern © Bild: APA/Zinner

Sie habe niemals ausgesagt, dass ihr Entführer Wolfgang Priklopil Mittäter gehabt habe - Mit diesem Statement begegnet Natascha Kampusch in einem Tageszeitungs-Interview Zweifeln an der Einzeltätertheorie, die in den vergangenen Tagen rund um ihren Entführungsfall aufgetaucht waren.

In Medien wurde zuletzt von Schriftstücken berichtet, laut denen Natascha Kampusch kurz nach ihrer Flucht auf die Frage nach Mittätern geantwortet haben soll, sie könne "keine Namen nennen". In dem Interview mit der "Kronen Zeitung" verneinte die heute 20-Jährige die Frage, jemals Aussagen getätigt zu haben, laut denen ihr Peiniger Mittäter hatte. "Was derzeit auftaucht, sind Fragmente von Gesprächsnotizen der Ermittlungsbeamten, die von mir in dieser Form nie bestätigt worden sind", wird die junge Frau, die im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt und acht Jahren gefangen gehalten worden war, zitiert.

"Ich kann nur davon ausgehen, was sie sagt", bemerkte Natascha Kampuschs Anwalt Gerald Ganzger gegenüber der APA. "Es ist alles gesagt." Die rechtlichen Schritte gegen die Berichterstattung über private Details rund um das Martyrium seiner Mandatin seien bereits eingeleitet. Dabei handelt es sich um medienrechtlichen Klagen wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches, gegen den Abdruck von Fotos von Natascha Kampusch im Zusammenhang mit den Artikeln und eine Strafanzeige wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses gegen unbekannt.

Auswandern kein Thema
Trotz der "Enttäuschung" nach den Medienberichten in den vergangenen Tagen denke Natascha Kampusch "auf gar keinen Fall ans Auswandern", präzisierte der Kreis ihrer Medienberater gegenüber der APA Aussagen der 20-Jährigen über Pläne für Aufenthalte außerhalb Österreichs. Allgemein komme dies in ihren Gedanken vor, sie habe allerdings immer schon Interesse daran gezeigt, eine Zeit ins Ausland zu gehen. Geplant sei dies in nächster Zeit allerdings nicht, es werde ihr jedoch derzeit nicht leicht gemacht in Österreich zu leben.

In der "Kronen Zeitung" meinte Natascha Kampusch zur Frage nach einer möglichen Auswanderung: Sie könne derzeit nichts ausschließen. Das "Ziel", das Haus ihres Entführers zu übernehmen, verfolge sie weiterhin. Die Spendengelder für ihre humanitären Projekte lägen nach wie vor auf einem Sparbuch.

(apa/red)