G20-Gipfel in Mexiko von

Barroso sauer

Europa unter Druck - EU-Kommissionspräsident: "Lassen uns von niemandem belehren"

G20-Gipfel in Mexiko - Barroso sauer © Bild: Reuters

Der G-20-Gipfel der stärksten Volkswirtschaften der Erde hat offiziell begonnen - mit einigen Verstimmungen auf Seiten der Europäer. "Wir lassen uns hier von niemandem belehren", wies EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Kritik an den Europäern wegen ihres Umgangs mit der Schuldenkrise verärgert zurück.

Die Euro-Schuldenkrise ist Hauptthema beim zweitägigen Treffen im mexikanischen Badeort Los Cabos. In der ersten Arbeitssitzung geht es um Wachstum und die Weltwirtschaft. Bereits beschlossen wurde eine Aufstockung der Mittel des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf mehr als eine Billion US-Dollar.

IWF-Krisenkassa aufgestockt
Nach der Zusage weiterer Länder werden die Mittel des IWF um insgesamt 456 Milliarden US-Dollar (361 Mrd. Euro) aufgestockt, wie IWF-Chefin Lagarde am Montag mitteilte. Das ist mehr Geld als die im Frühjahr zunächst zugesagten 430 Milliarden Dollar. Davon schultern die Euro-Länder umgerechnet 150 Milliarden Euro. Die USA lehnen eine Mittelaufstockung bisher strikt ab. Nach Angaben von Lagarde haben zwölf weitere Mitgliedsländer Zusagen gemacht. Damit erhöhe sich die Zahl der Länder, die frische Mittel beitragen, auf insgesamt 37. Die aufstrebenden BRICS-Staaten hatten zuvor noch mehr Mitspracherecht im IWF als Gegenleistung für die finanzielle Hilfe gefordert.

Garantie für den Euro
Die Staaten der Euro-Zone wollen beim Gipfel eine Garantie für die Stabilität der gemeinsamen Währung abgeben. Im Entwurf der Abschlusserklärung heißt es: "Die Mitglieder der Euro-Zone in der G-20 werden alle notwendigen politischen Maßnahmen ergreifen, um die Integrität und Stabilität des Währungsraums zu sichern." Der Teufelskreis von Staatsanleihen kriselnder Euro-Länder und angeschlagenen Banken müsse durchbrochen werden. Alle führenden Volkswirtschaften der Erde (G-20) versprechen, Maßnahmen für mehr Wachstum zu ergreifen und das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.

EU-Vertreter wehren sich wiederum dagegen, die Verantwortung für die Weltwirtschaft allein bei den Europäern zu suchen. Merkel betonte in Los Cabos, die Europäer würden ihre Probleme "entschlossen angehen". Dazu gehörten Strukturreformen, Haushaltskonsolidierung und Wachstumsimpulse.

Barroso sauer
"Wir lassen uns hier von niemandem belehren", sagte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso vor Gipfelbeginn. Die Krise sei nicht von Europa ausgelöst worden, sondern habe in den USA "durch die unorthodoxe Praxis in einigen Bereichen des Finanzmarktes" ihren Ausgang genommen. Dadurch seien europäische Banken infiziert worden. Doch Europa beschuldige die USA nicht, sondern suche die Kooperation, um die Probleme zu lösen, sagte Barroso, der zudem mit einer baldigen Einigung der Europäischen Union auf eine Finanztransaktionssteuer rechnete.

Kein Treffen Obama-Europäer
Anders als geplant kamen US-Präsident Obama und die Spitzen der Euro-Zone am späten Montagabend nicht wie verabredet zusammen. Das erfuhr die dpa aus mehreren Delegationen. Zur Begründung hieß es, es gebe keinen Gesprächsbedarf mehr. An anderer Stelle verlautete, das vorherige Abendessen habe zu lange gedauert. Zwischen den USA und den Europäern gibt es Streit über den richtigen Weg, die Schuldenkrise einzudämmen.

G-20-Website lahmgelegt
Hacker legten unterdessen die offiziellen Websites des G-20-Gipfels im mexikanischen Los Cabos lahm. Zu dem Angriff bekannte sich die Gruppe Anonymous Hispano, die damit offenbar gegen die zweitägige Konferenz protestieren wollte. In Tweets der Gruppe hieß es über die G-20: "Sie sind in hohem Masse verantwortlich für die Armut in der Welt." In einem Blog-Eintrag wurden die hohen Kosten solcher Gipfeltreffen beklagt.

Die vom mexikanischen Außenministerium betriebenen Seiten www.g20.org und www.g20mexico.org fielen am Montag stundenlang aus. Mehrere mit Anonymous in Verbindung stehende Gruppe legten die Websites der Regierungen Brasiliens, Russlands und anderer Länder lahm.

Kommentare

Nein, ...wir lassen uns nicht belehren! Wir geben uns bockig und saufen ab. Dann haben wir\'s denen aber gezeigt!

Aber im Ernst. Tatsächlich ist die erste Bankenkrise durch die amerikanischen Giftpapierln verursacht worden. Hier bestand unser Beitrag nur darin, dass unsere Banker aus Gier Dinge kauften, die sie nicht verstanden. Aber das was jetzt ist, ist hausgemacht, das kann man den Betbrüdern dort drüben nicht umhängen.

Und man muss sich Konzepte ja nicht immer von den Dümmsten abholen, es gibt so viele andere.

Da ein Großteil der Amerikaner die Evolutionstheorie sowieso hartnäckig leugnet, nach eigenen Angaben also nicht vom Affen abstammt, gehören die auch nicht unserer Spezies an, sind also keine vernunftbegabten Wesen. Und sowas füttere ich, Anweisungen lass ich mir keine erteilen;-))

Wir lassen uns nicht belehren Dass EU Politiker lernresistent sind wissen wir schon lange. Dass viele der Ursachen für die Krisen in den USA zu suchen sind wissen wir auch. Dass die EU Politiker aber sehenden Auges ins Messer gerannt sind und uns alle mit hineingezogen haben wird Barroso wohl nie verstehn. Wie denn auch, wenn man lernresistent ist.

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