G-7 stecken in Rom ihre Köpfe zusammen:
Minister & Banker suchen Weg aus der Krise

Experten erwarten keine konkreten Entscheidungen Schwellenländer hoffen auf stärkere Einbeziehung

G-7 stecken in Rom ihre Köpfe zusammen:
Minister & Banker suchen Weg aus der Krise © Bild: APA/EPA/Gersham

In Zeiten der Krise rückt man enger zusammen. Das nehmen sich auch die Finanzminister und Zentralbankchefs der sieben wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt für dieses Wochenende vor: In Rom versammeln sie sich heute, um Wege aus der Krise zu suchen. Substanzielle Reformen sind nicht zu erwarten, Initiativen einzelner Regierungen könnten aber an Fahrt gewinnen.

Bei der Zusammenkunft der wichtigsten Wirtschaftspolitiker der Welt wird sich alles um die Bekämpfung der Finanzkrise drehen. Aus dem Umfeld der G-7 wurde verlautbart, dass man protektionistische Tendenzen bekämpfen wolle und in erster Linie Signale an die Weltwirtschaft aussenden will.

Wenngleich Experten keine Beschlüsse über konkrete Maßnahmen erwarten, könnte die Gesprächsrunde dennoch für einige Aufregung sorgen: Deutschlands Regierung will einen Vorstoß zur strengeren Regulierung der Finanzmärkte wagen, die speziell die Handlungsfreiheit von Hedgefonds einschränken soll. "Wir setzen uns dafür ein, dass alle Finanzmärkte, Produkte und Teilnehmer reguliert oder beaufsichtigt werden", erläuterte Deutschlands Finanzminister Peer Steinbrück.

China und Indien hoffen auf mehr Einfluss
Auf eine stärkere Einbeziehung in internationale Wirtschaftsentscheidungen hoffen die Schwellenländer China und Indien. Geht es nach dem Willen Deutschlands, sollen beim Treffen der G-7 wichtige Schritte in diese Richtung gesetzt werden. Schlechte Karten haben die beiden asiatischen Giganten nicht: Selbst bei den Vertretern der G-7 macht sich langsam die Erkenntnis breit, dass die weltwirtschaftlichen Herausforderungen eines größeren Forums bedürfen. Die Gesprächsrunde in Rom könnte daher vor allem den Weg für einen Beschluss ebnen: Die Aufwertung der G-20 unter Beteiligung der aufstrebenden Schwellenländer.
(Stefan Meisterle)