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G-20 Gipfel:
Kritik an Ebola-Kampfangsage

Mitglieder trotz Kampfansage unverbindlich - Hilfsorganisationen schreien auf

G20 in Australien © Bild: Reuters/Monsivais

Die führenden Industrie-und Schwellenländer (G-20) wollen den Kampf gegen die Ebola-Seuche verstärken. In einer Erklärung auf dem Gipfel im australischen Brisbane blieben sie am Samstag allerdings unverbindlich und unkonkret: "Die G-20-Mitglieder sind entschlossen, alles Notwendige zu tun, um sicherzustellen, dass die internationalen Bemühungen den Ausbruch beenden können."

Auch wollten sie bei der Bewältigung der mittelfristigen wirtschaftlichen und humanitären Kosten helfen. Die Verteilung von Geldmitteln und anderer Hilfe solle beschleunigt werden. Regierungen, die bisher nicht geholfen haben, sollten sich den Bemühungen anzuschließen.

Die Wissenschaft und Pharmaunternehmen wurden zu größeren Anstrengungen aufgefordert, wirksame und bezahlbare diagnostische Hilfsmittel, Impfstoffe und Behandlungsmethoden zu entwickeln. Konkrete neue Hilfszusagen waren in der G-20-Erklärung allerdings nicht enthalten.

Hilfsorganisationen reagieren mit Kritik

Hilfsorganisationen haben mit scharfer Kritik auf die "schwache" Antwort der G20-Staaten auf die Ebola-Seuche reagiert. Nach der eher vagen Erklärung äußerten sich Aktivisten am Samstag im australischen Brisbane "enttäuscht", da konkrete Zusagen fehlten. "Die Antwort bleibt unzureichend", sagte Friederike Röder von ONE. "Wir hätten erwartet, dass sich die G20 mit konkreten Aktionen engagieren. Das ist nicht der Fall."

Die G20 hatten in der Erklärung auch bisher untätig gebliebene Regierungen aufgefordert, sich den Bemühungen anzuschließen. Sie zeigten ihre Bereitschaft, bei der Bewältigung der mittelfristigen wirtschaftlichen und humanitären Kosten helfen zu wollen. Die Wissenschaft und Pharmaunternehmen wurden zu größeren Anstrengungen aufgefordert, wirksame und bezahlbare diagnostische Hilfsmittel, Impfstoffe und Behandlungsmethoden zu entwickeln.

"Es besteht die echte Gefahr, dass der erklärte gute Wille und die Besorgnis der G20 am Ende nur leere Worte sind, die für jene wenig tun, die in Sierra Leone, Liberia und Guinea um ihr Leben bangen", sagte Helen Szoke von Oxfam, die die Erklärung "sehr allgemein" fand. "Wo ist der Aktionsplan, dass so etwas nie wieder passiert?"

Ureinwohner-Demos bei Eröffnung

Mit einer traditionellen Willkommenszeremonie haben zuvor australische Ureinwohner die Staats- und Regierungschefs beim G-20-Gipfel begrüßt. In bunter traditioneller Kleidung und mit Körperbemalung brachten die Aborigines bei der Eröffnung des Gipfels Musik und Tanz ins Konferenzzentrum. Vor dem Konferenzzentrum protestierten am Samstag Ureinwohner gegen fortgesetzte Diskriminierung.

Obwohl Zehntausende Aborigines von den Kolonialherren Ende des 18. Jahrhunderts von ihrem Land vertrieben wurden, werden sie heute symbolisch als traditionelle Landbesitzer anerkannt. Internationale Veranstaltungen beginnen stets mit einer Begrüßungszeremonie, wie Stämme sie traditionell bei der Durchreise anderer Stämme durch ihre Gebiete aufführten. Die nach Schätzungen rund 500.000 Ureinwohner gehören Hunderten Stämmen an, die bis heute mehrere Dutzend verschiedene Sprachen sprechen.

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