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Fußball-Weltmeisterschaft
2014: Neue Proteste in Rio

Polizei stoppt Demonstranten vor Spiel - Tränengas und Pfefferspray eingesetzt

In Rio kommt es im Zuge der Fußball-WM 2014 immer wieder zu Protesten. © Bild: REUTERS/Stringer/Brazil/Lucas Landau

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien sind erneut Proteste aufgeflackert. Vor dem ersten Turnierspiel in Rio de Janeiro stoppte berittene Polizei am Sonntag einen Aufmarsch von etwa 150 vermummten WM-Gegnern, die zum traditionsreichen Maracana-Stadion drängten. Dabei wurde Tränengas und Pfefferspray eingesetzt. Einige Geschäfte und eine U-Bahn-Station wurden vorübergehend geschlossen.

Die Demonstranten trugen Transparente mit der Aufschrift "Weg mit der FIFA!". Nach lokalen Medienberichten wurde ein Reporter durch Splitter einer explodierenden Rauchgranate verletzt. An einem Bankgebäude wurden Scheiben eingeworfen. Zudem wurden Mülleimer in Brand gesetzt.

Polizei soll mit scharfer Munition geschossen haben

Weniger Proteste seit WM-Beginn

Im anschließenden Spiel schlug Argentinien Bosnien-Herzegowina mit 2:1. Zu einem ähnlich großen Protestmarsch kam es vor der Vorrundenbegegnung zwischen Schweiz und Ecuador, die ebenfalls 2:1 endete. Die friedlichen Demonstranten legten ihre Transparente vor einer Polizeiabsperrung nieder und gingen nach Spielbeginn auseinander. Seit Beginn der WM am Donnerstag haben die Proteste nachgelassen.

Das Turnier in Brasilien ist das teuerste in der Geschichte des Weltfußballverbands FIFA. Das Schwellenland lässt sich das Ereignis umgerechnet mehr als acht Milliarden Euro kosten. Viele Brasilianer sind der Ansicht, dass die Regierung das Geld lieber für Gesundheit und Bildung hätte ausgeben sollen.

Geschäfte aus Angst geschlossen

Einige Geschäfte, die in Brasilien auch sonntags geöffnet sind, schlossen aus Angst vor Vandalismus früher und ließen die Rollläden vor den Schaufenstern herunter. Insgesamt waren zur Sicherung des Fußballspiels in der Umgebung des Maracana-Stadions fast 3.000 Polizisten, Soldaten und Feuerwehrmänner im Einsatz.

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