Achtelfinale von

Fußball-WM 2014: Kolumbien
schaltet Uruguay aus

"Cafeteros" stehen nach einem 2:0 über die "Celeste" verdient im Viertelfinale

James jubelt über Kolumbiens Aufstieg ins Viertelfinale. © Bild: APA/EPA/Antonio Lacerda

Kolumbien steht als zweite Mannschaft nach Topfavorit und Gastgeber Brasilien im Viertelfinale der Fußball-WM 2014. Die "Cafeteros" besiegten Uruguay im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro mit 2:0 und gaben sich dabei keine Blöße. Mann des Spiels war James Rodriguez, der beide Treffer erzielte. Die Kolumbianer treffen nun am Freitag um 22 Uhr in Fortaleza auf den Gastgeber, dabei kommt es auch zum Aufeinandertreffen der Jungstars James und Neymar.

Wo immer es ging, demonstrierte Uruguay, für wen die Partie gewonnen werden sollte. Luis Suarez war omnipräsent, obwohl der gesperrte Starstürmer Brasilien längst verlassen hatte. In der Kabine der Mannschaft wurde sogar das Trikot des Liverpool-Angreifers anziehbereit in den Spind gehängt. Auf dem Platz fehlte Suarez aber, für ihn rückte Routinier Diego Forlan in die Startelf.

Lange Zeit dominierte dann in der ersten Halbzeit die Taktik. Uruguay stand extrem tief, machte etwa 40 Meter vor dem eigenen Tor dicht und hoffte auf Konter, die aber nicht kamen. Die Kolumbianer fanden ihrerseits kein Mittel gegen diesen Abwehrriegel und liefen sich ein ums andere Mal fest. Doch dann kam die 28. Minute: Jungstar James Rodriguez nahm einen Ball an der Strafraumgrenze mit der Brust an, zog volley aus der Drehung ab und traf traumhaft ganz genau mit der Unterkante der Latte ins Tor. "Mit Abstand das beste Tor der WM, das James gerade geschossen hat", jubelte da auch Kolumbiens verletzter Stürmerstar Radamel Falcao.

James trifft zum 1:0 Kolumbiens gegen Uruguay.
© APA/EPA/Oliver Weiken James trifft wunderschön zum 1:0 Kolumbiens.

Danach musste Uruguay etwas aufmachen und versuchte erstmals auch offensiv Akzente zu setzen, scheiterte aber seinerseits an der gut stehenden Abwehr der Cafeteros. Auch die schafften es wiederum nicht, ein zweites Mal Gefahr vor dem Tor der "Celeste" zu erzeugen, damit ging es mit einem 1:0 in die Pause.

Doppelpack von James

Kurz nach dem Wiederanpfiff schlug James dann nach einer tollen Kombination zum zweiten Mal zu. Jackson hat das Auge für den links mitgelaufenen Armero. Der schaut, flankt zur zweiten Stange, wo Cuadrado wartet und per Kopf in die Mitte ablegt, wo James danke sagt und trocken einschießt. Sein fünfter Turniertreffer, mit dem er sich auch alleine an die Spitze der Torschützenliste des Turniers setzt - vor Namen wie Neymar, Messi und Thomas Müller.

Kolumbien trifft zum zweiten Mal gegen Uruguay.
© APA/EPA/Marcelo Sayao Uru-Keeper Muslera muss zum zweiten Mal hinter sich greifen.

Danach reagierte Oscar Tabarez und brachte mit Stuani und Ramirez zwei neue Kräfte, aber auch das änderte am Spiel nicht wirklich etwas. Kolumbien stand hinten gut und war vorne immer wieder gefährlich. Erst ab etwa 25 Minuten vor Schluss schafften es die Urus, die kolumbianische Abwehr etwas unter Druck zu setzen, richtig gefährlich wurde es aber weiterhin nicht.

Kolumbien gegen Uruguay.
© APA/EPA/Oliver Weiken Uruguay (Alvaro Pereira) kämpfte gegen Kolumbien (Juan Cuadrado) auf verlorenem Posten.

Die Kolumbianer zogen sich mit Fortdauer des Spiels zunehmend zurück und beschränkten sich darauf, das 2:0 über die Runden zu bringen, immer seltener wurden die Gegenangriffe über Jackson Martinez und James Rodriguez. In der 79. Minute dann die größte Chance für Uruguay: Maxi Pereira stand nach einem Billardstoß völlig frei vor Keeper Ospina, der kam aber gut heraus und machte den WInkel zu. In der 84. Minute rettete Ospina noch einmal mit gutem Reflex nach einem Flachschuss von Cavani, danach kam nichts mehr von der Celeste.

Reaktionen

James Rodriguez (Kolumbien-Mittelfeldspieler, 2 Tore) : "Ich bin superglücklich, das ist ein historisches Ereignis. Jetzt kommt das Härteste. Wir hoffen, dass wir noch weiterkommen."

Jose Pekerman (Kolumbien-Teamchef) : "Ich beglückwünsche das ganze kolumbianische Volk. Die Menschen haben sich das verdient."

Oscar Tabarez (Teamchef Uruguay) : "Individuell haben sie Spieler, die viel leisten können. Wir haben zugelassen, dass sie viel von außen schießen."

Kommentare