Gruppe G von

Fußball-WM 2014: Portugal wahrt Chance in letzter Sekunde

Varela-Tor in der 95. Minute bewahrt enttäuschende Ronaldo-Elf vorerst vor dem Aus

Varela Tor Portugal USA © Bild: APA/EPA/JEON HEON-KYUN

Portugal hat ein vorzeitiges WM-Out gerade noch verhindert. Dank eines Last-Minute-Tores von Silvestre Varela (95.) holten Cristiano Ronaldo und Co. am Sonntag gerade noch ein 2:2-Remis gegen die USA in Manaus. Die US-Amerikaner verabsäumten es damit, wie 1930 mit zwei Siegen ins Turnier zu starten und das Achtelfinal-Ticket in der Gruppe G als erstes Team zu lösen.

Die Klinsmann-Truppe hatte sich von einer sehr guten Seite präsentiert und hätte sich den Sieg trotz eines schnellen Rückstands nach einem Nani-Treffer (5.) verdient gehabt. Nach Toren von Jermaine Jones (64.) und Clint Dempsey (81.) sahen die US-Amerikaner wie die sicheren Sieger aus, ehe "Joker" Varela doch noch zuschlug.

Für die USA schaut es aber weiterhin gut aus, reicht doch am Donnerstag in Recife ein Unentschieden im Duell mit Leader Deutschland. Es ist eine brisante Konstellation, trifft doch DFB-Teamchef Joachim Löw da auf seinen Vorgänger Klinsmann. Ghana und Portugal müssen in Brasilia selbst einen hohen Sieg feiern und auf einen Sieger im Parallelspiel hoffen, um doch noch weiterkommen zu können.

Postiga muss verletzt raus

Die Portugiesen waren gegenüber dem bitteren 0:4-Auftakt gegen Deutschland zu einigen Änderungen gezwungen. Paulo Bento ersetzte den angeschlagenen Rui Patricio im Tor, zudem rückten in der Abwehr Ricardo Costa (für den gesperrten Pepe) und Andre Almeida (für Fabio Coentrao) sowie im Angriff Helder Postiga (für den angeschlagenen Hugo Almeida) in die Mannschaft. Das portugiesische Lazarett wurde aber schon in Minute 16 noch einmal größer, da Postiga verletzt ausschied.

Die Portugiesen legten in der Arena Amazonia einen Traumstart hin. Nach einer Veloso-Hereingabe klärte US-Kicker Jeoff Cameron den Ball unglücklich zu Nani, der am langen Eck völlig frei stehend hoch einschoss (5.). Mit dem Vorsprung im Rücken begnügten sich die Portugiesen mit dem Notwendigsten. Die US-Amerikaner waren klar spielbestimmend und versuchten es vor allem mit Weitschüssen. Dempsey (13., 17., 18.), Michael Bradley (24., 28.) und Fabian Johnson (32.) brachten den Ball aber nicht im Tor unter.

Nani Torjubel Portugal
© APA/EPA/MAST IRHAM Nani brachte Portugal nach einem Abwehrfehler in Führung

Das galt auch für die Portugiesen, die nur kurz vor der Pause ihre Gefährlichkeit zeigten. Der starke US-Goalie Tim Howard konnte sich bei einem Nani-Schuss auszeichnen (42.) und nach einem Stangentreffer von Nani den Nachschuss des früh eingewechselten Eder mit einer Glanzparade vereiteln (45.).

US-Boys drehen das Spiel

Nach dem Seitenwechsel ging es ähnlich spannend weiter. Wieder hatten die US-Kicker mehr vom Spiel. Ricardo Costa konnte einen Bradley-Schuss noch auf der Linie mit dem Knie abwehren (55.). Neun Minuten später passte ein Jones-Weitschuss aus mehr als 20 Metern aber genau, Nani hatte zu schlecht attackiert. Für die vermeintliche Entscheidung sorgte der diesmal für den verletzten Jozy Altidore an vorderster Front aufgebotene Dempsey, der den Ball nach Bradley-Vorarbeit über die Linie drückte (81.).

Clint Dempsey Torjubel USA-Portugal
© APA/EPA/JEON HEON-KYUN Clint Dempsey jubelt über den 2:1-Führungstreffer der US-Boys

In der Schlussphase stemmten sich die Portugiesen aber noch einmal vehement gegen das Aus und wurden belohnt. Varela (95.) köpfelte nach Flanke des sonst blass gebliebenen, aber wieder fitten Ronaldo ein. Die Portugiesen wandten damit eine Niederlage wie bei der WM 2002 (2:3) gerade noch ab.

Stimmen zum Spiel

Jürgen Klinsmann (Teamchef USA): "Wenn man den Ausgleich in den letzten Sekunden bekommt, ist das unglücklich und ärgerlich. Jetzt müssen wir den härteren Weg gehen und Deutschland schlagen. Das ist unsere Aufgabe."

Jermaine Jones (Torschütze USA): "Klar ist man frustriert und hat Wut im Bauch. Nicht mal eine Minute hat uns gefehlt, wir hätten den Ball einfach nur weghauen müssen."

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