Gruppe C von

Fußball-WM 2014:
Kolumbien besiegt Elfenbeinküste

Südamerikaner setzen sich in hochklassigem Spiel durch und stehen vor Aufstieg

Kolumbien, Elfenbeinkueste © Bild: GEPA pictures/Witters/Tim Groothuis

Kolumbien hat den Achtelfinal-Aufstieg in der Gruppe C der Fußball-WM in Brasilien so gut wie in der Tasche. Die Truppe von Teamchef Jose Pekerman gewann am Donnerstag auch ihr zweites Turnierspiel, setzte sich in Brasilia gegen die Elfenbeinküste verdient mit 2:1 (0:0) durch. James Rodriguez (64.) und Juan Quintero (70.) sorgten im Estadio Nacional von Brasilia für die Entscheidung.

Fix qualifiziert für die nächste Runde sind die "Cafeteros" damit aber noch nicht, da am Ende eventuell drei Teams bei sechs Punkten halten könnten. Eine Entscheidung ist aber schon am (heutigen) Donnerstag möglich, wenn es im anderen Gruppenspiel (Beginn 00:00 Uhr - LIVE auf NEWS.AT) zwischen Japan und Griechenland keinen Sieger gibt. Den Ivorern gelang durch Gervinho (73.) nur der Anschlusstreffer, sie haben aber dank des 2:1-Auftaktsiegs gegen Japan weiterhin gute Chancen weiterzukommen.

Drogba wieder auf Bank

Bei den Ivorern saß der 36-jährige Stürmerstar Didier Drogba wie auch schon im ersten Spiel zu Beginn nur auf der Bank. Im linken Mittelfeld bekam Max Gradel gegenüber Salomon Kalou den Vorzug. Die Kolumbianer liefen demgegenüber im Vergleich zum 3:0-Erfolg gegen Griechenland personell unverändert ein.

Das gegenseitige Abtasten der beiden Teams dauerte nur wenige Minuten, dann nahm die Partie schnell Fahrt auf. Die Kolumbianer waren in Hälfte eins trotz weniger Ballbesitz kombinationssicherer, spielstärker und auch gefährlicher. In den entscheidenden Momenten fehlte allerdings die nötige Effizienz. Teofilo Gutierrez traf den Ball bei einem Linksschuss aus 20 Metern nicht richtig (6.) genauso wie bei einem Volley-Abschluss nach Rodriguez-Vorarbeit alleine stehend aus acht Metern (28.).

Zudem musste der Ivorer Didier Zokora bei einer Hereingabe in höchster Not im Rutschen klären (17.). Die Ivorer wirkten weniger entschlossen und wurden nur bei einem Aurier-Schuss, mit dem Goalie David Ospina keine Mühe hatte, gefährlich (31.).

Juan Quintero
© APA/EPA/FERNANDO BIZERRA JR Qunitero jubelt über das 2:0

Drei Tore in zehn Minuten

Nach dem Seitenwechsel ging es packend weiter. Wilfried Bony sorgte mit einem versuchten Seitfallzieher für Aufsehen, brachte das runde Leder aber nicht im kolumbianischen Tor unter (56.). Die Kolumbianer erhöhten nochmals den Druck, hatten aber vorerst bei einem Stangenschuss von Cuadrado Pech (59.). Der Aktivposten war dann kurze Zeit später am Führungstreffer mitbeteiligt, nach seinem Eckball traf Rodriguez wuchtig per Kopf (64.). Aus einem mustergültigen Konter resultierte das 2:0. Nach einem groben Schnitzer von Serey Die spielte Gutierrez für Quintero in den Lauf, der souverän vollendete (70.).

Die Afrikaner gaben sich aber nicht auf. Eine herrliche Einzelaktion von Gervinho, der drei Kolumbianer stehen ließ und ins kurze Eck traf, sorgte noch einmal für Spannung (73.). Mit den mittlerweile eingewechselten Drogba und Kalou drückten die Afrikaner noch auf den Ausgleich, blieben allerdings ohne weitere Topchance. Auf der anderen Seite hätte Quintero beinahe Goalie Barry mit einem Schuss aus der eigenen Hälfte überlistet (90.). Der zweite WM-Achtelfinal-Einzug von Kolumbien nach 1990 steht damit bevor.

Stimmen zum Spiel:

James Rodriguez (Kolumbien-Torschütze): "Ich bin einfach nur sehr, sehr glücklich. Ich hätte nicht gedacht, dass wir mit zwei Siegen in die WM starten würden."

Sabri Lamouchi (Elfenbeinküste-Teamchef): "Wir haben gegen ein gutes kolumbianisches Team verloren, sie haben unsere Fehler ausgenutzt. Ich kann meiner Mannschaft nichts vorwerfen, sie hat bis zum Ende gekämpft, alles versucht, um zu gewinnen, und ein gutes Spiel gemacht. Wir haben Gelbe Karten bekommen, während Fouls etwa an Gervinho nicht geahndet wurden. Leider fahren wir mit null Punkten weg, wir müssen uns jetzt wieder mobilisieren für das Spiel gegen Griechenland."

Jose Pekerman (Kolumbien-Teamchef): "Wir lernen noch und sind bei einer WM. Ich bin sehr glücklich über die Entwicklung von allen."

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