Gruppe E von

Fußball-WM 2014:
Frankreich schießt Honduras ab

Außenseiter ist gegen "Equipe Tricolore" chancenlos - Benzema der Mann des Abends

Benzema bejubelt seinen Treffer für Frankreich © Bild: Ian Walton/Getty Images

Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft hat sich zum Auftakt der WM in Brasilien keine Blöße gegeben. Die "Equipe Tricolore" behielt am Sonntag in Porto Alegre gegen Gruppe-E-Außenseiter Honduras klar mit 3:0 (1:0) die Oberhand. Treffer von Karim Benzema (45./Elfmeter, 72.) und ein Eigentor von Goalie Noel Valladares (48.) machten den völlig verdienten französischen Sieg perfekt.

Benzema war auch am zweiten Treffer hauptbeteiligt, sein Stangenschuss ging zwar nicht über die Linie, dafür schlug sich der 37-jährige Tormann-Routinier der Honduraner den Ball selbst über die Linie und dann wieder aus dem Tor. Die Entscheidung war äußerst knapp, zum ersten Mal in der WM-Geschichte musste die Torlinien-Technologie über einen Treffer entscheiden.

Benzema trifft knapp hinter die Linie
© Quinn Rooney/Getty Images Drin oder nicht drin, das ist hier die Frage

Die Franzosen lieferten auch ohne Franck Ribery eine starke spielerische Leistung ab und halten genauso wie die Schweiz (2:1 gegen Ecuador) bei drei Punkten. Am Freitag (21.00) kommt es nun zum direkten Duell der beiden zum Auftakt siegreichen Teams. In der Folge (24.00) stehen Honduras und Ecuador in ihrem Aufeinandertreffen schon unter Zugzwang.

Franzosen dominieren

Im Estadio Beira-Rio entwickelte sich eine flotte Partie, in der die Franzosen das Geschehen klar dominierten, auch deutlich mehr Ballbesitz hatten. Eine frühe Führung verhinderte nur das Aluminiumgehäuse. Valladares konnte einen Matuidi-Abschluss aus elf Metern nach einem nur kurz geklärten Valbuena-Freistoß mit einer Glanzparade an die Latte abwehren (15.). Zudem traf der für den verletzten Ribery aufgebotene 23-jährige Antoine Griezmann per Kopf die Latte (23.). Unmittelbar danach ging noch ein Benzema-Kopfball drüber (24.).

Zwei Minuten später hätten beide Teams in Unterzahl sein können. Wilson Palacios stieg überhart gegen Paul Pogba ein, der sich mit Nachtreten revanchierte. Der brasilianische Schiedsrichter Sandro Ricci zückte für die Übeltäter aber nur Gelb. Für Palacios hatte diese aber Folgen, denn in Minute 43 gerieten die beiden wieder aneinander. Palacios sprang im Strafraum in Pogba, brachte ihn so zu Fall und sah völlig zurecht die "Ampelkarte". Den verhängten Elfmeter verwertete Benzema souverän zur überfälligen Führung (45.). Unmittelbar vor dem Pausenpfiff hätte der starke Valbuena beinahe noch Valladares mit einem Freistoß überrascht.

Rote Karte bei Honduras gegen Frankreich
© Paul Gilham/Getty Images Vorentscheidende Szene: Wilson Palacios sieht Gelb-Rot

Zweite Hälfte klare Sache

Nach dem Seitenwechsel stand der Sieg der Franzosen außer Frage. Die Mittelamerikaner konnten sich wie auch schon vor der Pause überhaupt nicht offensiv in Szene setzen und die Deschamps-Truppe sorgte noch für deutlich klarere Verhältnisse, da Valladares ungeschickt den Ball ins eigene Tor ablenkte (48.) und Benzema nach einem abgeblockten Debuchy-Flachschuss vom Fünfereck wuchtig und hoch ins kurze Kreuzeck vollendete (72.). Der Sieg hätte durchaus auch noch höher ausfallen können. Valladares parierte einen Benzema-Schuss (55.) und Blaise Matuidi traf das Außennetz (64.).

Honduras-Spieler streiten mit dem Schiedsrichter
© Quinn Rooney/Getty Images Honduras haderte mit dem Schiedsrichter

Vor der Partie hatte es übrigens eine organisatorische Panne gegeben. Wohl aus technischen Gründen wurden keine Nationalhymnen gespielt, die beiden Mannschaften mussten daher einige Minuten untätig bis zum Anpfiff warten. "Die FIFA und das lokale Organisationskomitee bedauern, dass das Audiosystem für die Nationalhymnen nicht richtig funktioniert hat, um die Hymnen von Frankreich und Honduras zu spielen. Wir untersuchen derzeit den Grund für diese Situation und arbeiten daran, es zu reparieren", hieß es in einer ersten Reaktion der FIFA.

Stimmen zum Spiel:

Karim Benzema (Frankreich-Doppel-Torschütze): "Es war schwierig in den ersten 10, 15 Minuten, nach dem Elfmetertor ist es dann viel besser gegangen. Wir haben dann auch vom Ausschluss profitiert, hatten mehr Platz. Es war ein schöner Sieg, alle sind sehr glücklich über das erste Spiel. Wichtig ist, dass wir gewonnen haben."

Luis Suarez (Honduras-Teamchef): "Wenn man so schnell einen Ausschluss bekommt, dann ist es natürlich schwer mit zehn Mann. Dazu ist die Verletzung von Bernardez gekommen. Sie waren einfach besser als wir, haben sich den Sieg verdient. Es war keine Frage von Glück oder Pech. Wir werden versuchen uns zu verbessern, es wird eine andere Partie sein gegen Ecuador und einfacher für uns sein mit elf Mann zu spielen."

Didier Deschamps (Frankreich-Teamchef): "Wir waren geduldig und haben auf unsere Chancen gewartet. Heute zu gewinnen, ist ein sehr guter Start."

Mathieu Valbuena (Frankreich-Offensivspieler): "Wir mussten Geduld haben, Honduras ist ein sehr aggressiver Gegner, gegen den man viele Schläge einstecken muss. Der Druck auf uns war sehr groß, doch wir waren sehr souverän und entschlossen. Nun brauchen wir die gleiche Entschlossenheit gegen die Schweiz. Das wird ein Gegner von anderem Niveau. Die Schweiz hat ein großartiges Team."

Paul Pogba (Frankreich-Mittelfeldspieler): "Wir sind sehr zufrieden mit dem Sieg und unserer Leistung. Beim Zweikampf mit Palacios hatte ich etwas Angst vor einer Roten Karte. Es war nicht einfach, mich zu beherrschen."

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