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Österreich vor Russland:
Ein Spiel oder doch mehr?

ÖFB-Team könnte großen Schritt Richtung WM machen - Koller pfeift auf Rechenspiele

ÖFB-Team beim Aufwärmen © Bild: GEPA pictures/ Christian Ort

Österreichs Nationalteam hat am Samstag (18.00 Uhr LIVE im NEWS.AT-Ticker) die Chance, der Teilnahme an der EM 2016 einen großen Schritt näher zu kommen. Die Auswahl von Marcel Koller verteidigt im Wiener Happel-Stadion gegen Russland die Tabellenführung in Gruppe G - im Falle eines Sieges über den ersten Verfolger würde die Tür zur Endrunde in Frankreich weit offen stehen.

Auf Rechenspiele will sich Koller allerdings nicht einlassen. "Es ist doch viel schöner, wenn wir uns freuen, sobald wir es wirklich geschafft haben, als wenn wir vorher schon jubeln und dann wieder nicht dabei sind", betonte der Schweizer.

Ein Sieg gegen die Truppe des angezählten Teamchefs Fabio Capello wäre zwar wünschenswert, möglicherweise könnte die ÖFB-Elf aber auch mit einem Punkt aus der Samstag-Partie leben. Sollte es rund 20 Minuten vor Schluss unentschieden stehen, bedeute das nicht, dass man alles riskieren werde. "Es gibt auch danach noch viele Spiele", sagte Koller.

Marcel Koller bei der PK
© GEPA pictures/ Christian Ort Marcel Koller will die Partie nicht überbewerten

Russland ist der stärkste Quali-Gegner

Der Teamchef saß bei den drei WM-Partien der Russen im Stadion und sah sich 15 weitere Spiele der "Sbornaja" auf DVD an. Sein Resümee: "Ich schätze die Russen als stärkste Mannschaft in unserer Gruppe ein. Sie haben schnelle, technisch starke Spieler und eine gute Organisation. Das sind Merkmale, die uns gefährlich werden können, da müssen wir hellwach sein."

Über die Aufstellung hüllte sich Koller wie gewohnt in Schweigen. Der Nationaltrainer verriet lediglich, dass alle Spieler fit seien und keine große Änderungen im Vergleich zum Montenegro-Match vorgenommen würden. Wer die Position des verletzten David Alaba einnehmen wird, ließ Koller offen. "Es wird sich erst am Spieltag entscheiden, wer beginnt."

Möglische ÖFB-Aufstellung gegen Russland
© APA/Walter Longauer Die mögliche ÖFB-Elf

Österreich in der Favoritenrolle?

Ob sich Österreich oder Russland in der Favoritenrolle befindet, ist Koller ziemlich egal. "Es ist nicht entscheidend, wer Favorit ist, sondern dass wir auf den Platz bringen, was wir können", meinte der 54-Jährige.

Ein Vorteil für die rot-weiß-rote Equipe könnte der Heimvorteil sein. "Die Unterstützung des Publikums ist ein Wahnsinn. Wenn die Fans sehen, dass jeder von uns alles gibt, wird der Funke überspringen. Und das ist entscheidend, um gegen den russischen Bären zu bestehen", erklärte Koller.

Euphorie stimmt positiv

Die allgemeine Euphorie rund um das Nationalteam hat der Coach mit großer Zufriedenheit zu Kenntnis genommen. Er selbst habe in seiner Trainerlaufbahn eine derartige Begeisterung noch nie erlebt. "Auch deshalb, weil ich bisher nur Clubtrainer war. Das ist etwas anderes."

Die positive Stimmung sei nicht nur sein Verdienst. "Das haben wir alle zusammen erreicht, die Mannschaft und das Betreuerteam." Von der aktuellen Situation dürfe man sich allerdings nicht blenden lassen. "Es ist wichtig, das alles richtig einschätzen zu können. Man muss auch im Erfolg Demut zeigen und seinen Weg weitergehen", sagte Koller.

Mögliche Aufstellungen

Österreich: Almer (Hannover 96/GER/18 Länderspiele) - Klein (VfB Stuttgart/GER/23/0 Tore), Dragovic (Dynamo Kiew/UKR/33/0), Hinteregger (Salzburg/5/0), Fuchs (Schalke 04/GER/63/1) - Baumgartlinger (Mainz 05/GER/34/1), Leitgeb (Salzburg/40/0) - Harnik (VfB Stuttgart/GER/46/10), Junuzovic (Werder Bremen/GER/35/4), Arnautovic (Stoke City/ENG/38/7) - Janko (Sydney FC/AUS/42/18)

Ersatz: Lindner (Austria/7), Özcan (FC Ingolstadt/GER/2) - Prödl (Werder Bremen/GER/46/4), Garics (FC Bologna/ITA/40/2), Wimmer (1. FC Köln/GER/1/0), Ulmer (Salzburg/2/0), Kavlak (Besiktas Istanbul/TUR/30/1), Ilsanker (Salzburg/4/0), Sabitzer (Salzburg/7/2), Okotie (1860 München/GER/7/1), Hinterseer (FC Ingolstadt/GER/4/0), Weimann (Aston Villa/ENG/12/0)

Russland: Akinfejew (ZSKA Moskau/75) - Parschiwljuk (Spartak Moskau/2/0), Ignaschewitsch (ZSKA Moskau/103/6), Beresuzki (ZSKA Moskau/85/4), Kombarow (Spartak Moskau/28/1) - Samedow (Lok Moskau/22/3), Gluschakow (Spartak Moskau/33/3), Schirokow (Spartak Moskau/42/13), Schatow (Zenit St. Petersburg/12/2) - Kokorin (Dynamo Moskau/26/7) - Dsjuba (Spartak Moskau/5/1)

Ersatz: Lodigin (Zenit. St. Petersburg/5), Rebrow (Spartak Moskau/0) - Granat (Dynamo Moskau/8/1), Makejew (Spartak Moskau/1/0), Semenow (Terek Grosny/1/0), Schennikow (ZSKA Moskau/5/0), Poloz (Rostow/1/0), Dsagojew (ZSKA Moskau/39/8), Jonow (Dynamo Moskau/7/0), Osdojew (Rubin Kasan/2/0), Fajsulin (Zenit St. Petersburg/23/4), Tscherischew (Villarreal/ESP/4/0), Kanunnikow (Rubin Kasan/4/0), Kerschakow (Zenit St. Petersburg/86/28)

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