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Staatstragender Spatenstich:
Fischer schaufelte für Rapid

Neues Allianz Stadion soll ab Sommer 2016 bis zu 28.000 Fans fassen

Heinz Fischer und Rapidspieler © Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

"St. Hanappi" war gestern: Rapid erhält mit dem Allianz Stadion eine neue Heimat. Die Fußball-Arena am Standort des inzwischen abgerissenen Hanappi-Stadions wird bis zu 28.000 Zuschauer fassen und soll im Sommer 2016 eröffnen. Der Spatenstich für den Bau erfolgte am Donnerstag mit staatstragender Unterstützung. Bundespräsident Heinz Fischer - bekennender Rapidler - griff selbst zur Schaufel.

Das Staatsoberhaupt legte während der mehr als eineinhalbstündigen Festivität sogar seine Krawatte ab und band sich dafür ein offizielles Rapid-Pendant um. An den Grün-Weißen imponiere ihm besonders die "Kampfkraft und die Einsatzbereitschaft". Er selbst verbinde viel mit dem Traditionsverein. "Ich kann mich an ein 7:5 gegen die Austria irgendwann in den 1950er-Jahren erinnern", bekannte Fischer im APA-Interview. Er habe im Lauf der Zeit auch einige Spieler kennengelernt. "Mir hat der Walter Zeman so unheimlich imponiert als Tormann. Der Spielwitz des Happel war begeisternd, und die Körner-Buben natürlich" - wobei einer der "Körner-Buben", der knapp 89-jährige Alfred Körner, ebenfalls am Spatenstich teilnahm.

Spatenstichs von SK Rapid Wien für das "Allianz Stadion"
© APA/HERBERT PFARRHOFER Die Rapid-Mannschaft versammelt sich zum Spatenstich.

Fischer freute sich auf das neue Stadion, dessen Baufortschritt er genau verfolgen werde: "Bis zum 8. Juli 2016, ungefähr bis 12.00 Uhr, bin ich Bundespräsident." Er sei neugierig, ob die neue Rapid-Heimat bis dahin fertig werde.

Stadion wird um 90 Grad gedreht

Das könnte sich ausgehen. Rapid-Präsident Michael Krammer kündigte gegenüber der APA an, dass das Eröffnungsspiel für Juni oder Juli geplant sei. Im Vergleich zur alten Heimstätte der Grün-Weißen wird das 53 Millionen Euro teure, in den Vereinsfarben gehaltene Allianz Stadion um 90 Grad gedreht. Die Haupttribüne liegt künftig also im Westen, an sie wird das Hauptgebäude in Form einer Röhre angeschlossen. Laut Krammer sind außerdem 40 Logen und 2.500 Business- und VIP-Sitze geplant. Auf die Gastronomie will man ebenfalls höheren Wert legen.

Heinz Fischer und Rapidspieler
© APA/HERBERT PFARRHOFER Ein Selfie mit dem Bundespräsidenten darf nicht fehlen.

Ungeachtet der Tatsache, dass die künftige Beleuchtung in das Stadiondach integriert wird, bleibt ein alter Flutlichtmast gewissermaßen als hoch aufragendes Erinnerungsstück an die "St. Hanappi"-Ära stehen. Andere Andenken werden hingegen unter der Erde verschwinden: Denn eine "Schatzkiste", gefüllt mit diversen Memorabilien - von Steffen Hofmanns Fußballschuhen über ein Stück Tornetz bis zu alten Eintrittskarten - wird im Zuge der Bauarbeiten unter dem neuen Elf-Meter-Punkt im Heimsektor vergraben.

Spatenstichs von SK Rapid Wien für das "Allianz Stadion"
© APA/HERBERT PFARRHOFER Brauner, Fischer und Co. schaufeln fleißig.

Vom Spatenstich, für den auch die gesamte Mannschaft posierte, bis zum bespielbaren Platz wird es noch rund eineinhalb Jahre dauern. Bis dahin wird Rapid weiterhin im Ernst-Happel-Stadion seine Heimmatches bestreiten. Die Kosten von 53 Mio. Euro für die neue Heimat muss der Verein übrigens nicht allein stemmen. Einen großen Brocken schießt der Steuerzahler zu: 20 Millionen Euro kommen aus dem Budget der Stadt Wien.

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