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Schöttel freut sich
auf Bundesliga-Comeback

Neo-Grödig-Coach nach über zwei Jahren zurück: "Pause war mir schon zu lange"

Peter Schöttel © Bild: APA/BARBARA GINDL

Nach über zweijähriger Pause gibt Peter Schöttel am Samstag sein Comeback in der österreichischen Fußball-Bundesliga. Der 48-Jährige nimmt mit seinem neuen Club SV Grödig vor eigenem Publikum gegen den SCR Altach die neue Meisterschaftssaison in Angriff und verspürte schon im Vorfeld ein gewisses Kribbeln. "Ich starte mit großer Vorfreude in den Job", sagte der Wiener.

Schöttel hatte seit seiner Beurlaubung bei Rapid am 17. April 2013 auf einen neuen Trainerjob warten müssen, ehe er am 7. Juni zum neuen Grödig-Coach wurde. "Diese Pause war mir schon zu lange", gab der 48-Jährige zu.

Dabei war Schöttel in den vergangenen Monaten nach fast jeder Trainerentlassung als potenzieller Nachfolger gehandelt worden. "Es hat etliche Gespräche gegeben, dann ist aber nichts daraus geworden - zum Teil auch überraschend für mich, weil ich schon darauf eingestellt war, den einen oder anderen Verein zu übernehmen", erklärte der Ex-Teamspieler.

Schöttel: "Kleiner heißt nicht schlechter"

Am Ende ging es für Schöttel vom populärsten Club des Landes zum nach Anhängerschaft gemessen kleinsten Oberhaus-Verein des Landes. "Aber meine Tätigkeit als Trainer ist genau gleich. Um die Mannschaft gibt es zwar ein kleineres Team, aber das heißt nicht, dass es schlechter ist. Und die Trainingsbedingungen sind top, wahrscheinlich sogar besser als bei Rapid", meinte der Hütteldorfer Rekordspieler.

In punkto Glamour kann Grödig allerdings nicht mit dem Rekordmeister mithalten. "Grödig ist ein Dorfclub. Aber dass man das negativ interpretiert, verstehe ich nicht. Die Kritik kommt meistens von Fans, deren Clubs gerade in der zweiten Liga sind", sagte Schöttel und ergänzte: "Grödig hat sich sportlich und wirtschaftlich für die Bundesliga qualifiziert und in den letzten Jahren viele Probleme gelöst. Dass dieser Verein nie ein Publikumsmagnet sein wird, ist klar. Trotzdem habe ich hier einen Club kennengelernt, in dem viele Leute engagiert arbeiten."

Einige Hürden sind zu nehmen

Gemeinsam mit seinen engagierten Mitarbeitern hat Schöttel in den kommenden Monaten eine gewaltige Herausforderung zu bewältigen - immerhin verloren die Salzburger zahlreiche Leistungsträger wie Cican Stankovic, Stefan Nutz, Philipp Huspek oder Ione Cabrera. "Alle im Verein wissen, dass uns eine schwierige Aufgabe erwartet. Aber wir sind guter Dinge, dass wir das hinbekommen", betonte Schöttel.

Dafür sollen etwa die neu verpflichteten Talente wie Christian Derflinger, Alexander Schlager und Martin Rasner oder auch die routinierten Zugänge wie Benjamin Sulimani und Harald Pichler sorgen. "Ich bin zufrieden damit, wie wir die Mannschaft zusammengestellt haben, weil wir eine gute Mischung hingekriegt haben", behauptete Schöttel.

Neo-Trainer zeigt sich optimistisch

Seinem Optimismus tat auch das überraschende Erstrunden-Aus am vergangenen Samstag im Cup beim Regionalligisten Union Gurten keinen Abbruch. "Dieser Dämpfer war zwar fürs Selbstvertrauen nicht wirklich förderlich, wird uns aber auch nicht aus der Bahn werden", prophezeite Schöttel, der einem alten Bekannten wieder eine Chance gibt.

Roman Wallner, mittlerweile 33 Jahre alt, stand in den vergangenen Monaten unter Ex-Coach Michael Baur schon auf dem Abstellgleis, könnte sich nun aber wieder in die Stammformation gespielt haben. "Ich war überrascht, in welch guter körperlichen Verfassung er sich befindet. Er hat in der Vorbereitung Gas gegeben und muss das auch tun, damit er spielt", sagte der Trainer über den früheren ÖFB-Internationalen.

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