Fussball von

Österreich gegen Russland:
Matchwinner Rubin Okotie

Angreifer erzielt zum zweiten Mal das Goldtor für ÖFB-Team - "Ich freue mich riesig"

Rubin Okotie klatscht © Bild: GEPA pictures/ Christian Walgram

Rubin Okotie ist für Österreichs Nationalteam in der laufenden EM-Qualifikation der Mann für die wichtigen Tore. Wie schon beim 1:0 gegen Montenegro entschied der Angreifer von 1860 München auch den Schlager der Gruppe G gegen Russland. Okotie fixierte mit dem 1:0 in der 73. Minute - aus abseitsverdächtiger Position - den Heimerfolg und ebnete den Weg Richtung EM 2016 in Frankreich.

Wenige Augenblicke vor dem erlösenden 1:0 war Rubin Okotie ein womöglich regulärer Treffer aberkannt worden, das Referee-Team rund um den Engländer Martin Atkinson sah den Ball nicht mit vollem Umfang hinter der Torlinie. Nach perfekter Vorarbeit von Martin Harnik von der rechten Seite durfte der 27-Jährige aber dann zum Jubeln abdrehen.

Rubin Okotie mit Ball hinter der Linie
© GEPA pictures/ Christian Ort Rubin Okoties vermeintlicher erster Treffer

"Ich war mir sicher, dass der erste Ball drinnen war. Wenn das Tor dann Abseits war, dann war das ausgleichende Gerechtigkeit", sagte Okotie, der nach einer knappen Stunde für Marc Janko eingewechselt worden war. "Jeder Spieler möchte spielen, aber ich akzeptiere die Entscheidung des Teamchefs natürlich", so Okotie.

Explosion von Emotionen

Über die Gefühle nach dem Treffer meinte Okotie: "Es war eine Explosion von Emotionen und Gefühlen. Ich freue mich riesig, dass dieser Treffer die Mannschaftsleistung gekrönt hat." Auch sein verletzter Kumpel David Alaba jubelte mit Okotie: "Ich bin sehr stolz auf ihn."

Okotie trifft wie in besten Zeiten - und zwar deshalb, weil er erstmals seit langer Zeit wieder richtig fit ist. Zu verdanken hat er das laut eigenen Angaben auch Fitnesscoach Heini Bergmüller, mit dem er seit über einem Jahr zusammenarbeitet.

Ilsanker mit Okotie
© GEPA pictures/ Christian Walgram Österreich ist stolz auf Rubin Okotie

Aufstieg nach tiefem Fall

Noch vor einigen Monaten schien die Kicker-Karriere von Okotie einem langsamen Ende entgegenzusteuern. Einst galt Okotie als eines der größten Stürmer-Talente Österreichs, ehe mit einem Knorpelschaden im September 2009 die Misere begann.

Danach absolvierte er in dieser Saison kein einziges Pflichtspiel mehr und wechselte im Sommer 2010 zum 1. FC Nürnberg, wo er allerdings nicht den Durchbruch schaffte. Ein anschließendes Leih-Engagement beim belgischen Erstligisten VV St. Truiden brachte ebenfalls nicht den gewünschten Erfolg.

Bei Sturm Graz rehabilitiert

Etwas besser lief es in seiner Zeit bei Sturm Graz von 2012 bis 2013. Bei der darauffolgenden Rückkehr zur Austria blieb Okotie glücklos, ehe er im vergangenen Winter sein Glück bei SönderjyskE suchte und fand. In der dänischen Liga traf der U20-WM-Vierte von 2007 auf einmal wie am Fließband - Lohn war der Wechsel zu 1860 München.

Beim deutschen Zweitligisten erzielte der Jung-Papa in bisher 13 Ligapartien acht Treffer und liegt damit auf Rang zwei der Torschützenliste. Die "Löwen" finden sich dennoch in der Tabelle nur auf Rang 15 und damit aktuell in akuter Abstiegsnot.

Und im Nationalteam tat sich für Okotie am 12. Oktober gegen Montenegro die große Chance auf. Der Ex-Austrianer vertrat den gesperrt gewesenen Janko im Angriffszentrum, nützte seine Chance und erzielte das entscheidende 1:0. Nach seinem neuerlichen Goldtor ist Österreich nun am Weg zur EURO, doch Okotie warnte: "Der Stellenwert des Sieges ist sehr hoch, denn Russland ist der stärkste Gegner der Gruppe. Aber es sind erst vier Partien gespielt, wir müssen nachlegen."

Kommentare