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Nur Fodas möglicher Abgang
trübt Sturms Rekord-Idylle

Torschütze Huspek nach 2:0-Erfolg beim WAC: "Froh, wenn das Thema endlich erledigt ist"

Unbeeindruckt von Salzburg, das am Samstag vorgelegt hatte, ist Sturm Graz am Sonntag nachgezogen. Ein verdientes 2:0 im "Windkanal" von Wolfsberg brachte dem Bundesliga-Leader den 3-Punkte-Vorsprung auf die "Bullen" zurück und zudem einen Vereinsrekord: Erstmals hält man nach 13 Runden bei 31 Punkten. Doch schon am (heutigen) Montag könnte der Abgang von Coach Franco Foda in die Idylle platzen.

Der Deutsche gilt als Top-Anwärter auf den Posten des ÖFB-Teamchefs, ÖFB-Präsident Leo Windtner wird den Nachfolger am Montag voraussichtlich gegen 18.30 Uhr bekanntgeben. Foda wollte sich am Rande des Spiels freilich nicht näher zur Causa prima äußern. "Ich gehe davon aus, dass ich an der Linie stehen werde", meinte er im Hinblick auf Sturms Ligaheimduell mit Verfolger Rapid am kommenden Samstag. Sollte Foda - wie medial kolportiert - auch als neuer ÖFB-Dirigent Sturm bis zur Winterpause coachen, würde das freilich keinen Widerspruch bedeuten.

Philipp Huspek, der mit einem Kunstschuss aus 16 Metern mit dem 2:0 (70.) den Sack zumachte, sehnte im Sky-Interview ein Ende der Diskussionen herbei. "Wir sind froh, wenn das Thema endlich erledigt ist", meinte der Oberösterreicher. Fodas Abgang täte ihm angesichts des Erfolgslaufs leid: "Natürlich will man da nichts ändern." Sportdirektor Günter Kreissl gab sich einmal mehr zurückhaltend, wollte auch mögliche Nachfolger nicht kommentieren.

Wie immer auch die Trainerfrage entschieden wird und die Saison für die Grazer ausgeht: Der Punkterekord nach 13 Runden (die Zeit vor der Drei-Punkte-Ära eingeschlossen) ist den "Blackys" nicht mehr zu nehmen. Selbst unter Trainerlegende Ivica Osim hatte man zu diesem Zeitpunkt der Meisterschaft kein derart dickes Konto: 1997/98 hielten Ivica Vastic und Co. bei 30 Zählern. Besser bilanzierte nach 13 Runden in den letzten 20 Jahren überhaupt nur der FC Tirol, der 2001/02 35 Punkte bzw. 1999/00 33 Punkte aufwies.

Der Weg zum vierten Ligasieg en suite war bei extrem windigen Bedingungen in der Lavanttal-Arena kein leichter. Sturm dominierte zwar schon vor dem Seitenwechsel, agierte kurioserweise aber erst nach dem Seitenwechsel und damit gegen die Windrichtung druckvoller. Das resultierte in den Treffern Huspeks und zuvor Deni Alars (57.), der mit seinem neunten Tor zum Salzburger Saisonleader Munas Dabbur aufschloss.

Während bei den Steirern alles eitel Wonne war, stand der WAC einmal mehr mit leeren Händen da. Vier Tage nach dem blamablen Cup-Aus bei Viertligist Wimpassing kassierte man die vierte Niederlage in den jüngsten fünf Ligaspielen und wartet bereits seit sieben Partien bzw. 26. August auf einen vollen Erfolg. Den soliden Ligastart mit neun Punkten aus den ersten sechs Spielen hat man sich ein bisschen zerstört. Bitter zudem, dass der ohnehin von Personalsorgen geplagte Coach Heimo Pfeifenberger ("Der Knackpunkt war das 0:1, nach dem 0:2 haben wir keine Gegenwehr mehr gezeigt") nun vermutlich auch auf Mittelfeldmann Gerald Nutz verzichten muss. Der Mann mit den meisten WAC-Einsatzminuten erlitt vermutlich eine Meniskusverletzung.

"Eine Niederlage gegen den Tabellenführer, da gibt es nichts zu jammern", meinte Defensivmann Mario Sollbauer lapidar. "Es ist nicht so arg für die Moral", erklärte auch Sollbauers Kollege Thomas Zündel. Ein Blick auf die Tabelle bestätigt die beiden insofern, als sich für den WAC nur wenig geändert hat: Der Tabellenachte liegt mit 12 Punkten immer noch relativ klar vor Mattersburg (8) und mit Respektsabstand vor Schlusslicht St. Pölten (3). Weil auch Altach (16) und die Admira (18) verloren bzw. der LASK (17) unentschieden spielte, sind die unmittelbaren Konkurrenten durchaus in Reichweite.

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