Fußball-Gala im Horr-Stadion: Standing Ovations für Austria nach 6:1-Kantersieg

Kuljic euphorisch: "Haben so richtig Fußball gespielt" Desolate Leistung: Auf Wacker wartet Abstiegskampf

Fußball-Gala im Horr-Stadion: Standing Ovations für Austria nach 6:1-Kantersieg

Die Wiener Austria hat am Freitagabend Selbstvertrauen für den bevorstehenden UEFA-Cup-Einsatz getankt und gleichzeitig das Torverhältnis in der Bundesliga aufpoliert. Das 6:1 gegen das defensiv heillos überforderte Wacker Tirol honorierten knapp 7.000 Fans im Horr-Stadion mit Standing Ovations. "Wir haben viel Leidenschaft, viel Bewegung und gute Kombinationen gezeigt", fasste Coach Georg Zellhofer die Gala zusammen.

Lars Söndergaard, zwischen März 2004 und Mai 2005 selbst Austria-Coach, stellt sich bereits auf den Abstiegskampf ein und meinte zerknirscht: "Eine sehr gute Austria hat uns vorgeführt. Sie haben uns mit unglaublichen Bewegungen und Spielwitz überfordert." Und Dennis Mimm fiel auf die Frage, ob es wenigstens irgendwelche positiven Ansätze gegeben hätte, nur ein: "Dass das Ergebnis einstellig geblieben ist."

Die Stimmung im Lager der Austrianer, die durch Jocelyn Blanchard (2), Sanel Kuljic, Johannes Ertl, Emin Sulimani und Fernando Troyansky trafen, war natürlich euphorisch. "Wir waren von Anfang an druckvoll und aggressiv. Wir haben so richtig Fußball gespielt", stellte Torjäger Kuljic (vier Saisontreffer) fest. "Dass wir daheim das halbe Dutzend voll machen, ist besonders schön. Derzeit ist es einfach lustig, bei der Austria zu spielen", erklärte Ertl.

Für Zellhofer steht am Sonntag eine Beobachtungsreise nach Tschechien auf dem Programm, der Oberösterreicher spioniert beim Auswärtsmatch von UEFA-Cup-Gegner Jablonec gegen Teplice. Am Donnerstag um 20:30 Uhr steht für den Cupsieger daheim das Hinspiel der zweiten und letzten Quali-Runde gegen die Tschechen auf dem Programm.

Weit weg vom internationalen Geschäft befinden sich die Innsbrucker. "Wenn wir uns nicht verstärken, stehen wir mit einem Bein in der zweiten Liga", stellte Goalie Zeljko Pavlovic fest. "Das wird die finanzielle Situation nicht zulassen", meinte dazu Coach Söndergaard, der als einzig Positives des schwarzen Wacker-Freitags hervorhob: "Wir sind fünf-, sechsmal gefährlich vor dem Austria-Tor aufgetaucht."

Für die Austria war es der höchste Sieg seit 3. Oktober 2004, damals gewann man in der Südstadt gegen die Admira 5:0. Gleichzeitig stellten die Wiener ihre höchsten Erfolge der Liga-Geschichte gegen Tirol ein. 1982 gab es beim ersten Liga-Spiel von Toni Polster ein 6:1 und 1987 ein 5:0.

(apa/red)