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Fünf Jahre Stadionverbot für Ultra

Fangruppen-Anführer der SSC Napoli nach Randalen im Coppa-Finale hart bestraft

Randale in Rom beim Coppa-Spiel Napoli-Fiorentina © Bild: Paolo Bruno/Getty Images

Nach dem von Gewalt überschatteten Endspiel um die Coppa Italia ist der Anführer der Ultras des SSC Napoli mit einem Stadionverbot von fünf Jahren belegt worden. Gegen den Mann wird zudem wegen Aufforderung zu strafbaren Handlungen, Teilnahme an Krawallen und dem Überschreiten von Absperrungen ermittelt, wie Italiens Innenminister Angelino Alfano am Dienstag mitteilte.

Vor dem Endspiel zwischen Napoli und Fiorentina (3:1) am Samstag waren zehn Menschen verletzt worden, darunter drei Napoli-Fans bei einer Schießerei. Der nun mit einem Stadionverbot belegte Mann hatte deshalb vor der mit 45 Minuten Verspätung angepfiffenen Partie lange mit Napoli-Kapitän Marek Hamsik diskutiert. Die Fans sollen Medienberichten zufolge gefordert haben, das Spiel nach der lebensgefährlichen Verletzung eines Napoli-Fans zu verschieben.

Der Ultra-Anführer trug bei der Partie zudem ein T-Shirt mit der Aufschritt "Speziale Libero" (Lasst Speziale frei). Der Ultra Antonino Speziale sitzt im Gefängnis, weil er gemeinsam mit anderen Hooligans 2007 am Rande eines Fußball-Spiels in Catania einen Polizisten erschlagen hatte.

Gelegenheit für Kurswechsel

Inzwischen forderte die Regierung, die Fußball-Clubs an den Kosten für die Sicherheit zu beteiligen. "Die Sicherheit in den Stadien darf wirtschaftlich nicht von den Bürgern oder der Gesellschaft getragen werden", sagte Italiens Regierungschef Matteo Renzi, der am Samstag beim Skandal-Endspiel mit seinen Kindern im Stadion war.

"Das ist die Gelegenheit für einen Kurswechsel. Dieser Vorfall muss eine Mahnung und die Möglichkeit für einen wirklichen Wandel sein", betonte Renzi. "Wir sollten den Fußball nicht solchen Menschen überlassen, wir sollten ihn den Familien zurückgeben." Innenminister Angelino Alfano fügte am Dienstag hinzu: "Wir verlangen von den Clubs, ihren Teil zur Sicherheit in den Stadien beizutragen."

Unterdessen ist der bei der Schießerei schwer verletzte 30-jährige Napoli-Fan erneut operiert worden. Sein Zustand sei weiter ernst, hieß es am Dienstag. Gegen einen 48-jährigen Ultra der AS Roma wird weiter wegen des Verdachts auf versuchten Mord ermittelt. Zwar war ein Test auf Schmauchspuren an seinen Händen negativ, drei Zeugen belasten ihn jedoch. Der polizeibekannte Ultra bestreitet die Tat.

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