Fußball-Frauen-EM von

Kein Elfertraining vor Spanien-Spiel

Mehr Nervenkitzel vor Spanien-Spiel als je zuvor

Fußball-Frauen-EM - Kein Elfertraining vor Spanien-Spiel © Bild: APA/HANS PUNZ

Österreichs Fußball-Frauen-Nationalteam nimmt die EM-Viertelfinalhürde Spanien am Sonntag (18.00 Uhr) in Tilburg ohne absolviertes Elfmetertraining in Angriff. "Wir haben es nicht geübt", verriet ÖFB-Torfrau Manuela Zinsberger am Samstag im Teamquartier in Wageningen. Nach 90 Minuten und einer Verlängerung, in der ein vierter Wechsel erlaubt ist, könnte die Entscheidung vom Punkt fallen.

"Ich versuche, einfach ruhig zu bleiben, keine Hektik auszustrahlen, bei mir selbst zu bleiben. Es ist für die Spielerinnen nicht einfach, wenn sich die Torfrau keinen Stress macht. Manche hüpfen dann herum, das bin ich zum Beispiel gar nicht", gab die 21-Jährige Einblick.

»Es ist einfach eine 50:50-Chance. Man kann der Held des Tages sein oder eben nicht«

Von Schummelzetteln, die es in der Vergangenheit für so manchen Männer-Goalie gegeben hatte, hält sie nichts. "Damit komme ich nicht klar. Und auch wenn der Trainer sagt, die schießt dorthin und die schießt dahin, kann sie auch in die andere Ecke schießen", so Zinsberger. Sie setzt lieber auf ihr Bauchgefühl. "Es ist einfach eine 50:50-Chance. Man kann der Held des Tages sein oder eben nicht", sagte die Bayern-Legionärin. Ob ihr das Elfmeterschießen liege, werde man im Fall der Fälle sehen.

»Sie werden es uns nicht einfach machen, uns alles abverlangen«

Beim Zypern Cup war sie diesbezüglich in der EM-Vorbereitung einmal gefragt. Gegen Belgien hielt sie zwar zwei Schüsse, am Ende gab es aber trotzdem eine Niederlage. Selbst schießen wolle sie nur im ärgsten Notfall. "Das überlasse ich meinen Kolleginnen", sagte Zinsberger, der auf der Tribüne auf jeden Fall ihre Mutter und Schwester die Daumen halten werden.

Ihr Respekt vor Spanien ist groß. "Sie werden es uns nicht einfach machen, uns alles abverlangen", war sich Zinsberger bewusst. Vor dem Start in die K.o-Phase sei ein bisschen mehr Nervenkitzel dabei. Das wirkt sich hoffentlich nicht negativ auf ihre Leistung aus. Im Lauf des Turniers standen die Torfrauen schon einige Male wegen Fehlern im Mittelpunkt. "Hinter uns steht eben nur noch das Tor", erinnerte Zinsberger. Mit Fehlern müsse man umgehen können. Sie hat es geschafft, den Schnitzer vom Frankreich-Spiel wegzustecken.

Auch Spanien hat großen Respekt vor EM-Viertelfinalgegner Österreich

Spaniens Frauen-Fußball-Teamchef Jorge Vilda hat großen Respekt vor EM-Viertelfinalgegner Österreich. "Sie haben eine großartige Mannschaft, sind viel besser als es die Position in der Weltrangliste aussagt", betonte der 36-Jährige am Samstag bei einer Pressekonferenz in Tilburg. Im Willem II Stadion kämpfen die beiden Teams am Sonntag (18.00 Uhr/live ORF eins) um den Einzug ins Halbfinale.

»Uns steht harte Arbeit bevor«

"Wir wissen, dass sehr viele österreichische Spieler regelmäßig in der deutschen Bundesliga spielen, einer der besten Ligen der Welt. Sie haben eine physisch starke Mannschaft und sind defensiv extrem stark", hob Spaniens Trainer die Vorzüge der ÖFB-Auswahl hervor. Aufpassen müsse man bei Kontern und auch Standardsituationen des Weltranglisten-24. "Uns steht harte Arbeit bevor", wusste Vilda.

»Wir haben auch unsere Waffen«

Er hoffte auf einen dominanten Auftritt seiner Elf. "Sie setzen auf Pressing, aber wir haben auch unsere Waffen. Wir hoffen, dass wir uns Räume schaffen und die auch ausnützen können. Wir wollen unser Spiel durchziehen", verlautete der Jungcoach. Und das trotz einem Tag weniger Pause in der Vorbereitung. "Das ist für sie vielleicht ein Vorteil, aber sie haben das ganze Turnier mit denselben elf, zwölf Spielerinnen gespielt, dadurch gleicht sich das wieder aus", so Vilda.

»Wir haben bisher noch nicht unser Bestes gezeigt«

Während die ÖFB-Auswahl ungeschlagen durch die Gruppenphase kam und sieben Punkte holte, zitterte sich Spanien mit drei Punkten zum Aufstieg. "Wir haben bisher noch nicht unser Bestes gezeigt", meinte Abwehrspielerin Irene Paredes. Das soll sich ändern. "Wir wollen Österreich besiegen und den nächsten Schritt machen", gab Paredes, die vor der "unglaublich starken" Nina Burger warnte, die Marschroute vor. Der Halbfinaleinzug wäre auch für Vilda ein großer Schritt vorwärts. "Nicht nur für unser Team, sondern für den spanischen Frauenfußball generell", betonte er.

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