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Vor FIFA-Präsidentenwahl: Blatter
und Rummenigge kritisieren UEFA

Schweizer weiß um Opposition aus Europa, hält Platini und Co. aber Mutlosigkeit vor

Sepp Blatter in Großaufnahme © Bild: GEPA pictures/ AMA sports/ Matthew Ashton

FIFA-Boss Joseph Blatter hat vier Monate vor der Präsidentschaftswahl des Fußball-Weltverbandes die UEFA scharf attackiert und eine Kampfansage an seine Konkurrenten geschickt. "Sie wollen mich loswerden. Die Opposition kommt, es ist schade das zu sagen, aus Nyon von der UEFA", sagte der 78 Jahre alte Schweizer in einem Interview des US-Senders CNN.

Sepp Blatter warf dem europäischen Dachverband und dessen Präsidenten Michel Platini vor, "nicht den Mut zu haben", einen Kandidaten aus den eigenen Reihen zu nominieren. Ein Sprecher der UEFA wollte laut CNN zunächst keinen Kommentar abgeben und verwies auf eine Erklärung Platinis nach der Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees am Montag in Nyon.

Am frühen Montagabend wurde dann klar, dass der Niederländer Michael van Praag Amtsinhaber Blatter in vier Monaten herausfordert. Er werde dem Fußball-Weltverband am Dienstag die benötigten Unterstützungsschreiben von fünf Verbänden schicken, teilte der Präsident des niederländischen Fußball-Verbands KNVB am Montag mit.

"Es ist allgemein bekannt, dass ich mir große Sorgen um die FIFA mache", sagte Van Praag. Der 67-Jährige ist ausgesprochener Kritiker Blatters. Potenzielle Anwärter auf das Amt des Weltverbandschefs müssen bis Donnerstag die Unterstützung von fünf Verbänden nachweisen, um zur Wahl am 29. Mai zugelassen zu werden.

Jordanier als einziger "echter" Herausforderer

Neben Amtsinhaber Blatter haben sein Vize Prinz Ali bin Al-Hussein, der frühere FIFA-Funktionär Jerome Champagne und der ehemalige französische Nationalspieler David Ginola ihre Kandidaturen für die Wahl angekündigt. Zuletzt hatte sich auch der niederländische Spielervermittler Mino Raiola ins Gespräch gebracht. Al-Husseins Ansage wurde von der UEFA grundsätzlich begrüßt. Der Jordanier galt bisher als einziger ernsthafter Herausforderer von Blatter.

Blatter und Platini
© GEPA pictures/ Witters/ Tim Groothuis Keine dicken Freunde: Michel Platini und Sepp Blatter

Blatter bekräftigte erneut, dass er eine fünfte Amtszeit anstrebe und nicht freiwillig abtreten wolle. "Es ist nicht mein erster Kampf um die Präsidentschaft. Ich habe immer noch die Überzeugung und glaube an mich und an den Fußball", sagte der Schweizer.

Kandidatenliste erst im Februar

Als Datum für die Veröffentlichung der Kandidatenliste bei der Wahl beim Kongress Ende Mai in Zürich nannte Blatter in dem CNN-Interview den 7. oder 8. Februar. Zuvor hatte bereits Domenico Scala, der Vorsitzende der Wahlkommission, erklärt, dass das Gremium nach dem 29. Jänner noch "etwas Zeit" brauche bis zur Bekanntgabe der Namen.

Karl-Heinz Rummenigge zeigte sich von der Suche der UEFA nach einem Gegenkandidaten für FIFA-Präsident Joseph Blatter irritiert. Die Europäische Fußball-Union gebe "vor allem kein geschlossenes" Bild ab, sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Meisters FC Bayern München dem "Kicker". "Das muss man kritisch sehen." Rummenigge schreibt dem Gegenkandidaten des Amtsinhabers keine Chancen zu.

"Blatter wird wiedergewählt"

"Blatter wird wiedergewählt, da können sich England und Deutschland auf den Kopf stellen", sagte der Bayern-Chef. "Selbst (UEFA-Präsident) Michel Platini hätte keine Chance gegen Blatter. Solange der kandidiert, gewinnt er. Seine Hausmacht ist zu groß, die große Mehrheit wird ihn wählen." Unter anderem Platini hatte vor drei Wochen die Absichtserklärung des jordanischen FIFA-Vizepräsident Ali bin Al-Hussein für eine Bewerbung begrüßt.

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