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EM-Qualifikation: DFB-Team
enttäuschte gegen Gibraltar

Keine weltmeisterliche Vorstellung der Deutschen - Zwei Teamchefs müssen gehen

Karim Bellarabi im Spiel Deutschland gegen Gibraltar © Bild: GEPA pictures/ Witters/ Sebastian Widmann

Der Auftakt zur nächsten Phase in der EM-Qualifikation hat am Samstag zwei Trainern den Job gekostet. Fast unvermeidlich war in Griechenland die Trennung vom Italiener Claudio Ranieri, nachdem er am Vortag daheim gegen die Färöer 0:1 verloren hatte. Zudem trat Georgiens Coach Temur Ketsbaia nach einem Heim-0:4 gegen Polen zurück. Jogi Löw sitzt bei Deutschland sicher im Sattel, glücklich war der Weltmeister-Trainer aber auch nicht.

Mit dem 4:0 war nur der Teamchef des Verlierers Gibraltar zufrieden: "0:4 gegen den Weltmeister - mehr hätte ich mir nicht vorstellen können", sagte Allen Bula. "Wir haben vielleicht Deutschland kein gutes Spiel geliefert, aber wir hatten eine solide Abwehr." Die Deutschen hatten viele Möglichkeiten auf mehr Tore, wie zuletzt ließ aber die Chancenauswertung zu wünschen übrig. "Wir hatten unglaublich viele Flanken, es war aber immer ein Bein dazwischen", sagte Toni Kroos.

"4:0 - mein Gott, das nehmen wir"

Der Real-Madrid-Akteur dachte nicht daran, nach dem 0:2 in Polen und dem Heim-1:1 gegen Irland einem Schützenfest nachzutrauern. "4:0 - mein Gott, das nehmen wir." Einen bildlichen Vergleich hatte Manuel Neuer: "Es ist natürlich schwierig, wenn da hinten ein Mannschaftsbus drinsteht." Im Testmatch am Dienstag in Vigo gegen Spanien ist der Goalie wegen Beschwerden im rechten Kniegelenk nicht dabei. So wird Roman Weidenfeller oder Ron-Robert Zieler spielen.

Toni Kroos im Spiel gegen Gibraltar
© imago/MIS Toni Kroos und Co. hatten an Gibraltar zu beißen

Löw hielt sich mit Kritik am Team nicht zurück: "Die Mannschaft hat die Forderungen nicht in dem Maße erfüllt, wie ich mir das gewünscht habe. Wir wollten auftreten wie ein Weltmeister, da sind vier Tore viel zu wenig. Irgendwie standen die meist mit zehn Mann um den eigenen Strafraum. Da muss man auf engstem Raum richtig Tempo machen. Das ist uns nicht gelungen." Er bemängelte fehlendes Tempo, schlechtes Passspiel und mangelnde Torgefahr. In der Gruppe D sind die Deutschen nur Dritte.

Färöer bringen Claudio Ranieri zu Fall

In Athen folgte die erwartete Trennung von Claudio Ranieri nach einem Meeting des 63-Jährigen mit Verbandspräsident Giorgos Sarris. So ein desaströses Resultat soll sich in nächster Zukunft nicht wiederholen. Griechenlands Fußball ist auf dem Boden. Am Freitag vor dem Match waren alle nationalen Ligaspiele infolge eines Anschlags auf einen Referee vorläufig abgesagt worden. Olympiakos-Präsident Vangelis Marinakis beschuldigte AEK-Athen-Chef Dimitris Melissandidis, hinter der Attacke zu stehen.

Claudio Ranieri beim Abgang
© GEPA pictures/ Intime Claudio Ranieri machte einen Abgang

Auf den Färöer wurde der Pool-F-Erfolg gegen den Europameister 2004 überschwänglich gefeiert. Der nationale Verband zeigte auf seiner Facebook-Seite ein 19-Sekunden-Video mit der Überschrift "Fantastisch". Die Färöer-Spieler sind zu sehen, wie sie in der Kabine hüpfen, grölen und ihre Trikots durch die Luft wirbeln. "Es gab Tränen in der Umkleidekabine, eine Menge Gefühle", sagte Torwart Gunnar Nielsen. "Wir haben sehr, sehr lange auf so ein Ergebnis gewartet. Wir sind unglaublich froh und stolz."

Dick Advocaat trat zurück

Dick Advocaat ist als Trainer der serbischen Nationalmannschaft zurückgetreten. Dies bestätigte der Fußball-Verband des Landes einen Tag nach der 1:3-Niederlage in der EM-Qualifikation gegen Dänemark. "Mit Wirkung vom 15. November ist Dick Advocaat nicht mehr Trainer der serbischen A-Mannschaft", hieß es in einem Statement auf der Homepage.

Auch die Verträge mit Advocaats Assistenten seien aufgelöst worden. Mit nur einem Punkt belegt Serbien in der Gruppe I der EM-Ausscheidung nur den vierten Platz. Der Verband zitierte den niederländischen Coach mit den Worten: "Der Druck war zu groß für diese Mannschaft. Wie noch nie zuvor stand ich vor einem Problem, das ich nicht lösen konnte." Die Leistung seiner Mannschaft im Spiel gegen Dänemark hatte Advocaat am Freitagabend als "schrecklich" bezeichnet.

Der Niederländer hatte die serbische Auswahl erst vor vier Monaten übernommen. Berichten zufolge soll am Dienstag im Testspiel gegen Griechenland der bisherige U21-Coach Radovan Curcic auf der Bank sitzen.

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