Niederösterreichische Firma kümmert sich um Rasen

" Richter Rasen" in drei EM-Stadien

Wenn ab 10. Juni in Frankreich die Fußballer aus 24 Nationen um den Europameistertitel kämpfen, werden sie das in drei Fällen auf einem Geläuf aus Niederösterreich tun. In den Stadien von Nizza, Marseille und Lille hat das Unternehmen "Richter Rasen" einen Rollrasen verlegt, auf dem insgesamt 16 Spiele ausgetragen werden - inklusive eines Semifinales in Marseille.

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Für die Firma aus Deutsch Brodersdorf (Bezirk Baden bei Wien) ist es nicht neu, dass Fußball-Superstars auf ihren Grashalmen herumtreten. Im Vorjahr gaben sich Lionel Messi, Neymar, Luis Suarez, Andrea Pirlo und Gianluigi Buffon im Berliner Olympiastadion auf dem Rasen der Niederösterreicher beim Champions League-Finale die Ehre, erzählte Bianca Götz-Richter, Geschäftsführerin des Unternehmens, der APA.

Richter Rasen ist einer der wenigen Anbieter auf dem Gebiet in Europa, und laut Götz-Richter bei Tests der UEFA regelmäßig bestbewertet. Dementsprechend ist das Unternehmen, das in Zavod in der Slowakei einen zweiten Standort hat, auch bei Europameisterschaften kein Neuling. Bei der EURO 2008 fand das Finale in Wien auf einem Rasen von Richter statt, der zu diesem Zeitpunkt schon mehr als zwei Jahre in der Arena lag und letztlich erst im Sommer 2015 ausgetauscht wurde. "Wir produzieren nachhaltig", betonte Götz-Richter.

Bei der EM 2012 verlegte man in drei der vier Stadien in der Ukraine den Rasen. Bei Juventus Turin, in Russland, beim SC Freiburg, in Leipzig und auf Schalke gibt es laut der Geschäftsführerin ebenfalls Richter-Rollböden.

Entscheidend sind bei Stadionrasen drei Kriterien: Erstens geht es um die Reißfestigkeit. "Je weniger Rasenteile aufspritzen, wenn die Spieler einmal fester in den Boden hineinrutschen, umso besser ist es", erläuterte die Expertin. Zweitens nannte sie das "Reboundverhalten": "Dabei geht es um das Absprungverhalten des Balles auf dem Rasen." Drittens ist die Wasserdurchlässigkeit und -aufnahmefähigkeit sehr wichtig, und dabei konnte ihr Unternehmen laut Götz-Richter bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine punkten, was bei billigeren Produkten von Mitbewerbern nicht unbedingt der Fall gewesen sei.

Götz-Richter räumte allerdings ein, dass der Rollrasen ihres Unternehmens nicht unbedingt billig ist. Zumindest 100.000 Euro sollten Stadionbetreiber jedenfalls veranschlagen, nach oben gibt es viel Spielraum. Mitentscheidend, so die Geschäftsführerin, sind dabei die Transportkosten: "20 bis 25 Kühl-Lkw benötigt man für ein Stadion mindestens", sagte sie. Wenn das Stadion in Russland steht, kommt da bei Transportkosten eine gehörige Summe zusammen.

In den großen Stadien liegt heutzutage praktisch ausschließlich Rollrasen. Richter Rasen bietet aber auch gesäte Rasenflächen als billigere Alternativen an, was vor allem für kleinere Vereine durchaus interessant ist.

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