Fussball von

Champions League:
Verkehrte Welt zum Auftakt

Zuletzt schwaches Real mehr als souverän, Atletico-Abwehr plötzlich anfällig

Masuaku jubelt für Olympiakos im CL-Spiel gegen Atletico © Bild: ARIS MESSINIS/AFP/Getty Images

Der Startschuss zur Champions League ist erfolgt. Und schon der erste Spieltag der Gruppenphase zeigte, warum die europäische Königsklasse etwas Besonderes ist. Leistungen aus der heimischen Liga helfen bei den internationalen Vergleichen nicht weiter. Davon können einige Teams ein Lied singen: Bayer Leverkusen, Atletico Madrid und im positiven Sinne der AS Monaco und...Real Madrid.

Das neue Real spielt galaktisch

Was wurde nicht auf den Superstars von Real Madrid herumgehackt. Nach zwei Niederlagen in den ersten drei Saisonspielen in La Liga war nicht nur Präsident Florentino Perez ob seiner dubiosen Transferpolitik angezählt. Die millionenschweren Neuzugänge James Rodriguez und Toni Kroos wurden ebenso kritisiert wie Club-Ikone Iker Casillas. Beim 5:1-Kantersieg der "Königlichen" gegen den FC Basel straften die Stars ihren Kritikern Lügen. Der Titelverteidiger spielte den Außenseiter im heimischen Santiago Bernabeu an die Wand. "Das war teilweise fast nicht zu verteidigen", brachte es Basel-Verteidiger Fabian Frei auf den Punkt.

James im Spiel Real gegen Basel
© GEPA pictures/ Cordon Press/ Jose Luis Cuesta James glänzte als Vorbereiter und Vollstrecker

Abwehrsorgen beim Abwehrbollwerk Atletico

In der gesamten abgelaufenen Saison kassierte Atletico Madrid in der Champions League bis zum Finale nie mehr als ein Gegentor und dort fiel man auch erst in der Nachspielzeit um. Was wäre also eher zu erwarten als ein souveräner Zu-Null-Sieg des spanischen Meisters bei Außenseiter Olympiakos Piräus, wo doch in der Meisterschaft mit dem Sieg im Derby Madrileno gegen Real ordentlich Selbstvertrauen getankt wurde. Falsch gedacht. Die Griechen gewannen nicht nur verdient, sondern entblößten beim 3:2 auch die im letzten Jahr beste Abwehrreihe der Welt. "Olympiakos war einfach entschlossen im Abschluss", nahm es Atletico-Trainer Diego Simeone trocken hin.

Arsenal-Serie reißt eindrucksvoll

14 Pflichtspiele in Folge blieb der FC Arsenal ungeschlagen. Zuletzt zeigte man beim 2:2 gegen Meister Manchester City eine Top-Leistung. Somit konnte die Truppe von Arsene Wenger mit breiter Brust nach Dortmund anreisen. Was die "Gunners" im Signal Iduna Park erwartete, konnte aber nicht vorhergesehen werden. Eine stark ersatzgeschwächte Heimelf ließ die Nord-Londonern beim 2:0-Sieg einfach nicht ins Spiel kommen oder wie es BVB-Coach Jürgen Klopp ausdrückte: "Wir waren heute eine Pressing-Maschine nahe der Perfektion." Dass ausgerechnet der zuletzt gescholtene Ciro Immobile mit seinem Tor nach Traum-Solo über den halben Platz zum Helden avancierte, passt da nur ins verkehrte Bild.

Welbeck im Arsenal-Dress
© GEPA pictures/ AMA sports/ Matthew Ashton Danny Welbeck und Co. gingen im Signal Iduna Park unter


Ligue-1-Nachzügler schlägt Bundesliga-Leader

Wie sehr man sich angesichts der Tabellensituation in der Meisterschaft im Ergebnis täuschen kann, zeigt das Spiel AS Monaco gegen Bayer Leverkusen. Die Werkself führt derzeit die deutsche Bundesliga an und gilt dank des Offensiv-Pressings von Trainer Roger Schmidt als Mannschaft der Stunde. Doch gegen den Vorletzten aus Frankreich reichte es trotz klarer Überlegenheit und eines deutlichen Chancen-Plus nicht zum Punktgewinn. Karim Bellarabi, Gonzalo Castro und Co. vergaßen einfach aufs Toreschießen. Dies erledigte hingegen Joao Moutinho auf der anderen Seite. Der Portugiese traf zum schmeichelhaften 1:0-Sieg für die Monegassen.

Kommentare