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Bundesliga: Salzburg klarer Favorit

Weg zum Titel führt nur über die "Bullen" - "Alles andere wäre ein Wunder"

Hütter und Soriano vor Bundesliga-Journal © Bild: GEPA pictures/ Martin Hoermandinger

Selten ist eine Mannschaft in der Bundesliga als so klarer Favorit in die Saison gestartet. Die Trainer der zehn Clubs sind sich einig: Red Bull Salzburg ist das Team, das es 2014/15 zu schlagen gibt. Das geht aus der traditionellen Umfrage hervor, die die APA vor dem Ligaauftakt kommenden Samstag unter den Cheftrainern durchgeführt hat.

In der vergangenen Saison verwiesen die Salzburger den ersten Verfolger Rapid um 18 Punkte auf Platz zwei. Mit Adi Hütter hat aber ein neuer Coach das Sagen. "Natürlich gehe ich davon aus, dass wir den Meister verteidigen", erklärte dieser. Seine Kollegen teilen diese Meinung. "Sie haben sich noch einmal verstärkt, daher ist Salzburg eindeutig der Favorit", erklärte Rapid-Coach Zoran Barisic.

Salzburg noch nicht auf dem Zenit

Mit Marcel Sabitzer, Massimo Bruno oder Naby Keita kamen hochkarätige Offensivspieler. "Es sind aber nicht nur die Neuverpflichtungen. Ich glaube auch, dass die Mannschaft im letzten Jahr noch nicht auf ihrem Zenit war", meinte der neue Ried-Trainer Oliver Glasner, in den vergangenen zwei Jahren noch Assistent von Hütters Vorgänger Roger Schmidt in Salzburg.

Massimo Bruno im Bullen-Dress
© GEPA pictures/ Mathias Mandl Von Massimo Bruno werden große Dinge erwartet

"Alles andere als Salzburg wäre ein Wunder", sagte WAC-Coach Dietmar Kühbauer über den Meisterschaftsfavoriten. "Mit dem Geld, mit dem sie heuer neue Spieler dazugeholt haben, können wir zwei Jahre unser Budget bestreiten." Alleine für den Belgier Bruno, den teuersten Fußballer der österreichischen Bundesliga-Geschichte, sollen die Salzburger kolportierte acht Millionen Euro an den RSC Anderlecht überwiesen haben.

Alle Spitzenspieler geblieben

"Sie haben den besten Kader, das größte Budget, und das Team rund um Sportdirektor Ralf Rangnick hat in den vergangenen Jahren sehr gute Arbeit geleistet", sagte der neue Austria-Trainer Gerald Baumgartner über den Konkurrenten. "Noch dazu sind praktisch alle Schlüsselspieler geblieben, die Mannschaft ist also richtig gut eingespielt. Sie werden nur sehr schwer zu biegen sein."

Kevin Kampl im blauen Salzburg-Dress
© GEPA pictures/ Mario Kneisl Kevin Kampl konnte in Salzburg gehalten werden

Auch Wr. Neustadts Heimo Pfeifenberger hält die Salzburger für "eine Klasse für sich". An einen "Durchmarsch wie in der vergangenen Saison" glaubt sein Admira-Kollege Walter Knaller zwar nicht. Aber: "Es gibt keine Alternative zu Salzburg." Das sieht auch Michael Baur, Hütter-Nachfolger in Grödig so: "Alles andere wäre eine Riesenüberraschung. Salzburg ist eine Topmannschaft mit einem Toptrainer, einem Topumfeld und einem Topbudget."

Wiener Großclubs als ernste Konkurrenten

Am ehesten könnten noch die Wiener Großclubs Rapid und Austria den Meister fordern, meinte Altachs Damir Canadi. "Ich traue nicht nur Salzburg, sondern auch den anderen beiden viel zu", sagte der Trainer des Aufsteigers. "Überraschungen sind immer möglich, aber Salzburg ist Titelfavorit Nummer eins", ergänzte Sturm-Graz-Coach Darko Milanic. "Man braucht nur an die vergangene Saison denken. Da haben sich nicht nur Österreich, sondern ganz Europa begeistert."

Nicht ganz so einig wie beim Titelfavoriten waren sich die Trainer in der Abstiegsfrage. Die Tendenz: Die Liga ist zweigeteilt. "Salzburg, Rapid, Austria, Sturm und Ried sind vom Background her außer Reichweite", erklärte Knaller. "Zwischen Sechster und Zehnter ist für jeden Club alles möglich." Ähnlich sehen es Canadi und Glasner. Von den Trainern der Topteams wollte sich niemand konkreter äußern.

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