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Alessandro Schöpf:
Nürnberg statt Bayern

U21-Teamspieler zog Wechsel in die 2. Liga vor und träumt vom Aufstieg mit "Club"

Alessandro Schöpf im Nürnberg-Dress © Bild: imago/Zink

9 Meistertitel, 4 Cupsiege. Der 1. FC Nürnberg hat eine große Vergangenheit. Die Gegenwart sieht nach dem Abstieg in die zweite Liga aber nicht allzu rosig aus. Dennoch gilt der "Club" als Favorit auf einen der Aufstiegsränge. Dass die Unternehmung Rückkehr in die Bundesliga gelingt, soll auch ein Österreicher sorgen. Alessandro Schöpf verließ den FC Bayern, um in Nürnberg durchzustarten.

Schöpf erzielte in der vergangenen Saison für das zweite Team der Münchner elf Tore und vier Assists in 36 Spielen in der deutschen Regionalliga. Diese Leistungen möchte der 20-Jährige nun auch zwei Ligen höher bestätigen. "Ich habe mich gut eingelebt, möchte jetzt hier Fuß fassen und mithelfen den direkten Wiederaufstieg zu schaffen. Das ist unser Ziel, dafür werden wir alles geben", erzählt Schöpf im Gespräch mit der APA.

Alessandro Schöpf im weißen Nürnberg-Dress
© imago/Revierfoto Schöpf im Dress seines neuen Arbeitgebers

Nürnberg, das zuletzt 1968 Meister war, gehöre einfach in die Bundesliga. "Der Druck ist schon ein bisschen da. Die Fans wollen auch, dass der Verein so schnell wie möglich wieder in der Bundesliga spielt, und haben auch das Verlangen danach", weiß der Tiroler. Ein Selbstläufer werde die Saison aber nicht. "Wir haben eine sehr junge Mannschaft, man muss abwarten, was in den nächsten Wochen passiert, wie es sich entwickelt", ist sich Schöpf bewusst.

"Club" ist Favorit für die Trainer

Neun der 18 Zweitliga-Trainer tippten Nürnberg als Aufsteiger. Zu erwarten ist ein spannendes Rennen um die zwei Fix-Tickets für die Bundesliga sowie den einen Relegationsplatz. Das sieht auch Schöpf so. Braunschweig, Düsseldorf, Kaiserslautern, Fürth, 1860 München seien Teams auf die man achten müsse. Zudem dürfe man auch RB Leipzig, die auch "oben mitspielen werden" nicht vergessen. "Die Liga ist noch interessanter geworden", glaubt Schöpf.

Um da bestehen zu können, wurde in der Vorbereitung zum Teil dreimal täglich gearbeitet. "Es war wirklich hart, die Trainingsintensität war sehr hoch. Wir haben auch viel für den Oberkörper gemacht um an Robustheit zuzulegen", sieht Schöpf sein Team gerüstet.

Alessandro Schöpf mit Hantel
© imago/Zink Im Frankenland wurde hart trainiert

Der Traum von der Bundesliga

Sein Vertrag beim FCN läuft bis Sommer 2017. Mit dem Verein den Sprung in die Bundesliga zu schaffen, ist das erklärte Ziel. Fast wäre es schon in diesem Sommer Wirklichkeit geworden, ein in letzter Minute geplanter Wechsel zu Borussia Mönchengladbach platzte noch. "Wenn die Mannschaft Erfolg hat, dann wird auch jeder Spieler noch mehr aufgewertet", weiß Schöpf. Gedanken an seine Zukunft verschwendet er vorerst keine. "Ich will mich Tag für Tag weiterentwickeln und noch einmal einen Schritt nach vorne machen", sagte der Ex-Bayern-Kicker.

Die Unterstützung von Neo-Trainer Valerien Ismael ist ihm dabei sicher. Schöpf konnte den im Juni gekommenen Franzosen schon in seinem ersten Monat in Nürnberg überzeugen. "Alessandro ist sehr, sehr talentiert, er ist ein sehr intelligenter Spieler, flexibel, klar im Kopf, hat eine gute Geschwindigkeit und es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten", sagte Nürnbergs Trainer. Positiv sei zudem, dass er im Mittelfeld alle Positionen spielen könne. "Er hat ein unglaubliches Potenzial, kann hier in Zukunft eine Führungsrolle übernehmen", setzt Ismael große Stücke auf den ÖFB-Kicker, der einer von 14 Zugängen ist.

Trainer Valerien Ismael baut auf den ÖFB-Youngster

Schöpf, der während seiner Zeit bei den Bayern immer wieder einmal in der Vorbereitung bei den Profis Erfahrungen sammeln durfte, bezeichnet sein Verhältnis zum Trainer als sehr gut. "Wir tauschen uns oft aus, er gibt mir Tipps, wo ich mich noch verbessern kann, das ist sehr wichtig für meine Entwicklung", sagte der Mittelfeldspieler. Schöpf selbst sieht sich am stärksten hinter den Spitzen, ist momentan aber auch für die Sechserposition ein Thema.

Zum Auftakt wartet am Sonntag (15.30 Uhr) das Heimspiel gegen Erzgebirge Aue. "Es ist noch alles offen, ich hoffe, dass ich den Trainer überzeugen konnte", wusste Schöpf noch nicht, ob er zum Saisonstart von Beginn an zum Zug kommt. Bei der Generalprobe, dem 1:1 gegen Mallorca, stand er zuletzt in der Anfangsformation.

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