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Rapid steht nach
Derby-Pleite unter Druck

Djuricin nach 0:2 gegen Austria ratlos - Kiritik am Krammer/Peschek immer schärfer

Bundesliga - Rapid steht nach
Derby-Pleite unter Druck

Nach einer kurzen Verschnaufpause hat sich die Situation bei Rapid am Sonntag wieder verschärft. Die bittere, weil hochverdiente 0:2-Heimniederlage im 321. Wiener Fußball-Derby gegen die Austria verblies den Hauch von Optimismus, den das vorwöchige 3:0 gegen Altach gebracht hatte. Zudem prasselt auf den Verein immer schärfere Kritik von außen herein.

Jahrhundert-Rapidler Hans Krankl, Ex-Meistermacher Ernst Dokupil und zuletzt auch der frühere Sport-Geschäftsführer Andreas Müller rechneten mit der Vereinsführung um Präsident Michael Krammer und Wirtschafts-Geschäftsführer Christoph Peschek ab. Dem Duo wird die Hauptschuld für jene Misere angelastet, durch die Goran Djuricin vor zwei Wochen zum vierten Rapid-Chefcoach innerhalb von nur zehn Monaten aufstieg.

Unterdessen suchte der Nachfolger von Damir Canadi nach Gründen für die Schlappe gegen die Austria. "Wir haben ihr in der ersten Hälfte in die Karten gespielt, sind sehr breit gestanden, haben die wichtigen Zweikämpfe nicht gewonnen und viel Platz gelassen", ärgerte sich der 43-Jährige.

Ratlosigkeit bei Djuricin

Nach seinem zweiten Pflichtspiel als hauptverantwortlicher Rapid-Betreuer herrschte bei Djuricin eine gewisse Ratlosigkeit. "Wir haben eigentlich viel Selbstvertrauen getankt und die ganze Woche gut gearbeitet. Vielleicht war der eine oder andere ein bisschen verschreckt, keine Ahnung, warum", sagte der Wiener und gab sich selbstkritisch. "Ich habe es nicht geschafft, die Mannschaft taktisch so einzustellen, dass sie in der einen oder anderen Situation tiefer steht."

Allzu kritisch wollte sich Djuricin aber auch nicht äußern. "Ich sehe das nicht so schlimm. Wir haben nicht 0:7 oder 0:8 verloren. Mund abwischen, dann geht es weiter", lautete die Devise des früheren Austria-Profis. Der Vorsprung von Rapid auf Schlusslicht Ried schrumpfte sechs Runden vor Schluss auf sieben Zähler, dennoch wollte Djuricin das Wort "Abstiegskampf" nicht aussprechen. "Das interessiert mich weiterhin nicht."

Der Cup als Hoffnungsträger

Mehr Interesse zeigte der Interimsbetreuer schon am Cup-Semifinale am Mittwoch daheim gegen den LASK. "Da müssen wir aggressiver und mutiger sein", forderte Djuricin. Der Cup ist für Rapid die einzige Möglichkeit, eine völlig verkorkste Saison noch halbwegs versöhnlich zu Ende zu bringen, wie auch Kapitän Steffen Hofmann weiß. "Gegen den LASK geht es um extrem viel, da müssen wir frisch im Kopf sein", betonte der Deutsche.

Eine ruhige und reibungslose Vorbereitung auf das Schlüsselspiel wird jedoch nicht einfach, schließlich gerät der Verein immer mehr ins Schussfeld scharfer Kritik. Krankl und Dokupil stellten zuletzt die sportliche Kompetenz der Clubführung in Abrede, woraufhin Präsident Krammer am Sonntag vor laufenden Sky-Kameras einen Versöhnungsversuch mit Krankl startete.

Scharfe Kritik von außen

Krammer lud den Jahrhundert-Rapidler zu einem Gespräch mit Geschäftsführung und Präsidium ein, Krankl lehnte jedoch ab. "Sie haben bis jetzt nie um meine Meinung gefragt, schon viele, viele Jahre. Jetzt nach meiner Meinung zu fragen, ist eigentlich wurscht", sagte der frühere Stürmer-Star und kritisierte außerdem die Aussprache zwischen den Rapid-Verantwortlichen und den Ultras auf einer Autobahn-Raststätte bei der Heimreise nach dem 0:3 in Ried.

Daran stieß sich auch Ex-Sportdirektor Andreas Müller, der in der Sky-Sendung "Talk und Tore" schwere Geschütze gegen Rapids Führungsriege auffuhr. "Ich hatte keine Rückendeckung. Ich bin nicht derjenige, der wie Krammer und Peschek mit den Ultras im Bett liegt", erinnerte sich der Deutsche an seine Entlassung im vergangenen November. Müller zeigte sich besorgt über den Einfluss der Ultras im Verein. "Keiner hat die Courage, um aufzustehen und zu sagen, wir müssen eine Grenze setzen."

Der Ex-Sport-Geschäftsführer fühlte sich von Krammer und Peschek im Stich gelassen, als er Maximilian Entrup, den Sommer-Neuzugang mit Vergangenheit in der organisierten Austria-Fanszene, gegen Angriffe der Ultras verteidigen wollte. Außerdem widersprach er Krammers Aussage, wonach er im Sommer Trainer Mike Büskens als "alternativlos" präsentiert hätte. "Mein erster Vorschlag war nicht Büskens, sondern Franco Foda (Anm.: Trainer von Sturm Graz). Krammer sagte, kommt nicht infrage", erzählte Müller.

Noch bei seiner Beurlaubung riet der 54-Jährige dem Rapid-Präsidenten nach eigenen Angaben von einer Verpflichtung Canadis ab. "Vom Spielstil und der Anlage her passt Canadi nicht zu Rapid", sagte Müller.

Kommentare

strizzi1949

Neuer Trainer und wieder nix! Ich habs schon vor ein paar Wochen hier geschrieben - wenn die Spieler nicht wollen oder können, ist es egal, welchen Trainer man ihnen gibt! Diese sog. "Profis" wollen einfach nicht! Und spielen müssen sie schon selber! Die Vereinsführung kann sich auf den Kopf stellen, wenn die Spieler nicht wollen! Schmeisst sie alle raus und beginnt mit einem komplet Kader!

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