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Die Furcht vor Trump

Das Enfant terrible der amerikanischen Politik trampelt weiter durch die Vorwahlen

Donald Trump © Bild: APA/AFP/JIM WATSON

Donald Trump lügt, Donald Trump rüpelt, Donald Trump beleidigt. Und dennoch rennen ihm die Wähler bei den Republikanern in Scharen hinterher. Bei den Vorwahlen in Nevada bekam der Bauunternehmer mit 46 Prozent doppelt so viele Stimmen wie sein nächster Verfolger Marco Rubio, zuvor hatte er bereits in South Carolina und New Hampshire klar gewonnen. Ob er als Kandidat der Konservativen noch zu stoppen ist? Zumindest er selbst hält das nicht für möglich, auch wenn die Aussagekraft der Vorwahl in Nevada, wo nur 70.000 Menschen ihre Stimme abgaben, nicht überzubewerten ist.

Viele sind für Trump, aber bei weitem nicht die Mehrheit der Amerikaner. Die meisten Menschen in den USA erschreckt das, was sich bei den Vorwahlen derzeit abspielt. "Wir haben alle Pläne zum Auswandern", sagt Cathy McLeer, die als Freiwillige für eine bessere Pensionsversicherung und mehr soziale Sicherheit eintritt. Für ein Angebot der kanadischen Insel Cape Breton, die unter Bevölkerungsschwund leidet und Trump-Flüchtlinge aufnehmen will, interessierten sich inzwischen 100.000 Amerikaner.

Was hat Trump, was andere nicht haben? "Er ist schlau und hat eine Menge Energie", sagt seine Frau Melania, ein aus Slowenien stammendes Model. Die Politikforscher in den USA tun sich schwerer mit einer eindeutigen Antwort, sind sich aber in einem Punkt einig. Er hat Erfolg mit der Taktik "Angst machen", vor allem bei seiner Kernwählerschaft, den weniger Gebildeten und den Migrationsgegnern. Und er reitet auf einer Welle der Unzufriedenheit mit den Etablierten gerade bei den Republikanern. Die Partei hat nach acht Jahren George W. Bush und Jahren der Dominanz im Kongress nicht viel Vorzeigbares produziert.

Anti-Ausländer-Wahlkampf

Trump schürt mit großem Erfolg die Furcht vor Ausländern, die Schlimmes in die USA bringen könnten, und heimst dafür Zustimmung ein. Er will elf Million nicht registrierte Ausländer aus dem Land werfen und eine Mauer an der Grenze zu Mexiko hochziehen. Dass all das weder besonders sinnvoll geschweige denn politisch umsetzbar ist - wen stört das schon. "Ich glaube ihm jedes Wort, er wird diese Mauer bauen", sagt etwa Ricky Redcliffe, ein 68 Jahre alter Vietnam-Veteran.

Wie Wählerbefragungen der Umfrageinstitute in Nevada und auch schon nach Trumps Siegen in New Hampshire und South Carolina ergaben, holte der Baulöwe aus New York seine Stimmen in fast allen Lagern. Schwarze und Latinos, Arme und Reiche votierten für Trump. Die evangelikalen Christen stimmten mehrheitlich für ihn, obwohl er nicht bibeltreu ist, zweimal geschieden und obwohl er sich einst für Abtreibungskliniken starkgemacht hat. Er bekommt die Stimmen der streng Konservativen, obwohl er einst den Demokraten nahestand und Geld für Hillary Clinton spendete.

Wenige Positionen

Trumps Kampagne ist nur scheinbar stumpf. Im Hintergrund ist seine Strategie ausgeklügelt und konsequent. Er bricht mit allen Konventionen der Politik und vermeidet es, sich im Detail klar zu positionieren. "Wir machen Amerika wieder groß" gehört schon fast zu den konkreteren seiner Aussagen. Damit kontert er fast alles. Angriffe seiner Kontrahenten prallen an dem Immobilienmogul ab.

Und wenn es doch einmal ernster wird, dann bezeichnet er sie einfach als Lügner und die Medien, die ihre Kritik transportieren, gleich mit dazu. Das geht immer. Vor allem aber tut er eines: Er spricht das Bedürfnis der Menschen an, in einer Welt mit zunehmend komplexen Problematiken einfache Wahrheiten zu hören. "Der Kern der Wählerschaft hat sich zu den ideologischen Rändern bewegt, wo die Wahrheit schwarz oder weiß ist, und nicht grau", schreibt Gerald Seib im "Wall Street Journal". "Das ist ein Umfeld, das wie gemacht ist für Donald Trump, den Meister der einfachen und schmerzfreien Lösungen."

Schwache Konkurrenz

Trump profitiert aber auch in hohem Maße von der Schwäche und von der Größe des restlichen Feldes bei den Republikanern. Kaum einer der einst mehr als ein Dutzend Gegenkandidaten konnte tatsächlich als Politiker und als Persönlichkeit überzeugen. Dass der weitgehend unerfahrene Senator Marco Rubio nun schon fast als einziger die Hoffnungen des republikanischen Partei-Establishments trägt, Trump doch noch zu stoppen, spricht Bände. Rubio hat noch keine Vorwahl gewonnen.

Dazu kommt, dass sich die Kontrahenten gegenseitig die Stimmen streitig machen und so Trump ziehen lassen. Rubio und der Drittplatzierte, der erzkonservative Senator Ted Cruz aus Texas, kamen bei allen Wahlen gemeinsam auf praktisch gleich viele oder mehr Stimmen als Trump - doch die Schlagzeilen sind bei dem milliardenschweren Unternehmer. Und dieser Effekt nimmt mit jedem Vorwahlsieg zu. "Die Geschichte lehrt uns, dass niemand jemals die Nominierung gewonnen hat, ohne eine der ersten drei Vorwahlen gewonnen zu haben", sagt Ted Cruz. Was der Iowa-Sieger zu seinen Gunsten ausgelegt haben wollte, klingt für viele schon fast nach Friedensangebot.

Kommentare

Man hat die Wahl in den USA. Entweder einen ungehinderten Zuzug von Muslimen oder den Überwachungsstaat. Wenn D. Trump tatsächlich allen Muslimen die Einreise verbieten sollte, könnte die USA jede Sicherheitskontrolle an Flughäfen beseitigen. Menschen könnten wieder gefahrlos in den Flieger einsteigen, sich frei bewegen und müssten keine Angst mehr haben vor Übergriffen durch kriminelle Muslime.

die amerikaner haben ein zweites mal den bush gewählt!! würde mich nicht wundern, wenn die vom fastfood oder latte machiato trinken (starbucks oder anderes to go müllkreierender schmarrn) Verblödeten den trump wählen (wohl immer noch besser als old hilary)

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