Fulminanter Champions-League-Auftakt: Barca und Arsenal als die großen Sieger

Beide Co-Favoriten feierten daheim 3:0-Erfolge Ronaldinho sauer: In zweiter Halbzeit ausgetauscht

Fulminanter Champions-League-Auftakt: Barca und Arsenal als die großen Sieger

Der FC Barcelona und Arsenal FC, der Gewinner bzw. Finalist der Millionen-Liga 2006, sind aus der ersten Gruppen-Runde der europäischen Fußball-Champions League als großen Sieger hervorgegangen. Die Katalanen (Gruppe E) fertigten im Camp Nou den französischen Serienmeister Olympique Lyon ebenso 3:0 ab wie die Briten (H) daheim im Schlager des Abends den regierenden UEFA-Cup-Triumphator FC Sevilla.

Das Duo feierte damit die höchsten Erfolge des zweitägigen Auftakts zur "Königsklasse", die in den 16 Spielen insgesamt 36 Tore (Dienstag 17/Schnitt 2,125 und Mittwoch 19/2,375) brachte. Hat es Dienstag fünf Siege und drei Remis gegeben, so wurden 24 Stunden später durchwegs achtmal drei Zähler vergeben. Die meisten Punkten in der ersten Runde sammelten die Vertreter aus Spanien (drei Siege, eine Niederlage), England (2-2-0) und Italien (2-1-1). Hingegen fabrizierte das deutsche Trio eine klassische "Nullnummer".

Rijkaard: "Großartiges Resultat"
Im Camp Nou schwärmte Barca-Trainer Frank Rijkaard nach dem Schlusspfiff. "Das ist ein großartiges Resultat und es war gutes Teamwork - drei Tore, ein attraktives Spiel, eine tolle Leistung. Wir haben sehr clever gespielt", lobte der Niederländer, der Ronaldinho in der zweiten Hälfte austauschte. Der Star war ein wenig sauer, Rijkaard begründete seine Maßnahme so: "Er ist sehr wichtig für uns und wir haben noch viele Spiele vor uns."

Messi als Mann des Abends im Camp Nou
Mann des Abends war vor über 90.000 Zuschauern Lionel Messi. Zuerst wurde ein Schuss von ihm durch Clerc ins eigene Tor abgefälscht und im Finish stellte der Argentinier auf 2:0. Den Endstand fixierte in der Nachspielzeit der französische Neo-Katalane Thierry Henry, dessen Landsmann Alain Perrin auf der Gegenseite natürlich enttäuscht war. "Wir haben heute gut verteidigt, aber dafür hat unsere beste Waffe, die Offensive, nicht funktioniert", meinte der OL-Trainer, dessen Truppe zuletzt in sechs CL-Partien gegen spanische Vereine ungeschlagen gewesen war.

Fabregas im Emirates-Stadion als "Man of the Match"
Im Londoner Emirates-Stadion wurde Cesc Fabregas zum "Man of the Match" gekürt. Der Spanier eröffnete das Score selbst und lenkte das Spiel der "Kanoniere". Coach Arsene Wenger, der das 3:0 als "vielleicht etwas zu hoch" einstufte, war fast rundum zufrieden. "Wir sind taktisch wieder ein Stück reifer als noch im Vorjahr. Abheben dürfen wir aber nicht, wir müssen uns noch in einigen Bereichen steigern", meinte der Franzose und sprach unnötige Ballverluste und das Stellungsspiel in der Abwehr an.

Ramos lobt Gegner
Für Wenger, dessen Männer nun schon in 17 Europacup-Heimspiel in Serie unbesiegt sind, war die Unterstützung der 60.000 Zuschauer zwar großartig, er möchte aber noch mehr Unterstützung sehen. "Ich hoffe, dass die nächsten Trainer und der nächste Vorstand dieses Stadion auf 100.000 Plätze ausbauen wird", äußerte er einen sehnlichen Wunsch. Sein Widerpart gratulierte den Hausherren zur Leistung. "Wir haben verloren, weil der Gegner einfach super war. Wir spielen nun in einem Bewerb, der uns mehr fordert als in den Jahren zuvor", resümierte Juande Ramos, der Trainer des zuletzt zweimaligen UEFA-Cup-Gewinners FC Sevilla, der in der Champions League sein Debüt gab.

Keine Erfolge für deutsche Klubs
Deutschland ging in der ersten Woche der Millionen-Liga leer aus. Dem 1:2 von Werder Bremen in Madrid gegen Real und dem Heim-0:1 Schalkes gegen Valencia CF folgte am Mittwoch in Gruppe E trotz 1:0-Führung in Glasgow für den VfB Stuttgart gegen die Rangers ein 1:2. Verständlich, dass Armin Veh sauer war. "Wir haben 90 Minuten hart gearbeitet und uns durch zwei Fehler alles kaputt gemacht. Wir haben drei Minuten geschlafen und das Spiel hergeschenkt", murmelte der VfB-Trainer im Ibrox Park.

Der Meistermacher fügte jedoch etwas versöhnlich hinzu: "Ich spiele lieber gut und verliere, als schlecht und verliere." Walter Smith von der Gegenseite räumte den Gästen ein, vor der Pause besser gewesen zu sein. "Wir haben nicht viele Spieler mit Champions League-Erfahrung, aber wir haben das 0:1 gut weggesteckt. Jeder Sieg in dieser Gruppe ist für uns ein wichtiger Meilenstein", sagte der Coach des schottischen Rekordmeisters, in dessen Reihen der Ex-Austrianer Sasa Papac 90 Minuten mitwirkte. Auf der VfB-Bank saß der Vorarlberger Torhüter Martin Langer.

(apa/red)