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Bis zu 20.000 zusätzliche Krebsfälle durch Fukushima

Ärzte warnen vor Verharmlosung der gesundheitlichen Folgen des Reaktorunglücks

Zwei Jahre nach der Katastrophe: NEWS und Global 2000 waren vor Ort in Fukushima. © Bild: REUTERS/Issei Kato

Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) warnen vor einer Verharmlosung der gesundheitlichen Folgen der Fukushima-Katastrophe durch die Vereinten Nationen. Bei dem Bericht des UN-Komitees für die Folgen von Strahlung (UNSCEAR), der am Freitag (Ortszeit) in New York vorgestellt wird, handle es sich um eine gezielte Missinformation der Öffentlichkeit, sagte der stellvertretende Vorsitzende der deutschen IPPNW, Alex Rosen, am Freitag in Berlin: Es sei falsch, dass durch die Strahlenbelastung kein erkennbarer Anstieg von Krebserkrankungen zu erwarten sei.

Die IPPNW rechnen mit 10.000 bis 20.000 zusätzlichen Krebsfällen infolge der Atom-Katastrophe. In einem Gegenpapier kritisieren mehrere nationale Sektionen der IPPNW unter anderem eine einseitige Auswahl der Quellen für den UN-Bericht. Dieser beruhe auf Angaben der Betreiberfirma Tepco, der japanischen Behörden sowie der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), sagte Rosen. Dabei stünden die Experten der IAEA erheblich unter dem Einfluss der Atomindustrie.

Außerdem seien die strahlenbiologischen Annahmen in dem UN-Bericht fehlerhaft und veraltet, nach denen unterhalb eines gewissen Grenzwertes Entwarnung gegeben werden könne, kritisierten die IPPNW. "Es gibt keine sichere Menge an Strahlung", warnte Rosen. Darüber hinaus kritisierte er, dass Krebsfälle in Statistiken ausgedrückt und kleine Fallzahlen als trivial bezeichnet würden. "Das finden wir als Ärzte sehr zynisch", erklärte Rosen.

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