Fukushima von

Kein Ende der Katastrophe

Drei Monate nach dem Unglück bleiben Auswirkungen noch immer unklar

Fukushima - Kein Ende der Katastrophe © Bild: APA/EPA/Tokyo Electric Power

Drei Monate nach der schlimmen Atomkatastrophe in Fukushima (Japan) sind die Auswirkungen und das wahre Ausmaß des Unglücks noch nicht klar. Ein Ende der Katastrophe ist nicht in Sicht.

Vor drei Monaten - am 11. März - ist es in Japan zu der schlimmsten Atomkatastrophe seit dem Unglück in dem ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl im Frühjahr 1986 gekommen: Nach einer verheerenden Tsunami-Welle infolge eines Erdbebens der Stärke 9,0 auf der Richter-Skala havarierte das Atomkraftwerk Fukushima in Japan. Die genauen Auswirkungen und das wahre Ausmaß des Unglücks sind unklar.

Kernschmelze eingeräumt
Inzwischen wurde aber seitens der japanischen Regierung eingeräumt, dass es in drei Reaktoren des Kraftwerks zur Kernschmelze gekommen ist. Wie es in Fukushima weiter geht, ist ebenfalls nicht geklärt. Der Betreiber Tepco hat sein ursprüngliches Versprechen, die Lage in dem Atomkraftwerk bis zum Jahresende zu stabilisieren, wieder zurückgenommen. Tepco wurde besonders von Umweltschutzorganisationen auch dafür kritisiert, das Ausmaß der Katastrophe herunterzuspielen. Die Reparaturtrupps in der Atomruine in Fukushima kämpfen weiter gegen Millionen Liter inzwischen verseuchten Wassers, mit dem die Reaktoren gekühlt werden sollen. Zugleich nimmt die Sorge der Menschen vor den weiter austretenden radioaktiven Strahlen zu. Es dürfte noch mehrere Monate dauern, bis die Situation in dem havarierten Atomkraftwerk unter Kontrolle ist.

90.000 in Notunterkünften
In Japan leben noch immer mehr als 90.000 Menschen in Notunterkünften. Zwar wurden inzwischen rund 28.000 Behelfsunterkünfte für die Opfer gebaut, doch werden noch Tausende weitere benötigt, wie örtliche Medien am Samstag berichteten. Erschwert wird dies durch noch immer herumliegende Trümmerberge. Seit Beginn der Katastrophe wurden rund 15.400 Tote geborgen, rund 8.100 Menschen gelten weiter als vermisst.

Demos für Atom-Alternativen
Unterdessen demonstrierten am Samstag in mehreren Städten des Landes Menschen für Alternativen zur Atomenergie. Fast 120.000 Menschen in den mit am schwersten betroffenen Provinzen Miyagi, Iwate und Fukushima haben infolge der Katastrophe ihren Arbeitsplatz verloren, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Es gebe derzeit jedoch nur 49.000 Jobangebote. Unterdessen reiste der innenpolitisch unter Rücktrittsdruck stehende Ministerpräsident Naoto Kan erneut in die Katastrophenregion. Die Opposition sowie Kritiker im eigenen Lager werfen ihm Missmanagement in der Krise vor und fordern seinen sofortigen Rücktritt vom Amt des Premiers.