Salzburg-Wahl von

Die Länderfürsten
regieren Österreich

Fürstenbonus und Rechtstrend sind auch in Salzburg siegreich

Salzburg-Wahl - Die Länderfürsten
regieren Österreich © Bild: APA/Barbara Gindl

In Salzburg hat es wieder "normale" Wahlen gegeben – ohne die berechtigte Aufregung durch den Finanzskandal

Der Sohn eines früheren Landeshauptmanns hat diesmal überlegen gewonnen, mit seinem ruhigen und Fürsten gleichen Führungsstil. Hätte es keine Abspaltung (durch die Liste Schnell) gegeben, wäre die FPÖ auf 23 Prozent gekommen: Der Rechtstrend ist unverkennbar. Österreich-Ungarn (Kurz-Orban) hat Oberwasser.

Kaiser-Sieg in Kärnten

Der Kaiser-Sieg in Kärnten war ebenfalls dem Fürstenbonus geschuldet, kaum der SPÖ, die in Salzburg noch einmal zurückgerutscht ist. Sie könnte in die Regierung kommen, weil die Grünen – obwohl mit dem zweitbesten Ergebnis ihrer Salzburger Geschichte ausgestattet – nur noch drei statt früher sieben Mandaten erreichten. Da ist auch Pech dabei.

Die Neos sind jetzt in vier Landtagen vertreten, diesmal mit einem Hotelier als Anführer und somit einem Repräsentanten der für Salzburg lebenswichtigen Tourismuswirtschaft. Sepp Schellhorn ist freilich auch ein Rebell und würde als Grüner locker 20 Prozent erreichen.

Kurz kann sich nicht zurücklehnen

Obwohl also die Kanzler-Partei hoch gewonnen hat, kann sich Sebastian Kurz nicht zurücklehnen. Denn das Match (West)länder gegen Türkis-Blau geht weiter. Der Wilfried Haslauer-Sieg verstärkt groteskerweise die Fronten innerhalb der ÖVP. Warum sollen sich die Länder, zum Beispiel über eine Verstaatlichung des Sozialversicherung-Inkassos, entmachten lassen? Die zahlenmäßige Bestätigung der Bundeskoalition durch Länderwahlen spiegelt nicht die Realität – die lautet: Die Länderfürsten regieren Österreich.

Im Video: Das große Ländermatch um Geld und Einfluss – Wer hat die Macht im Staat?