Für das türkische Team ist die EURO vorbei:
"Comeback"-Champion bleibt in Erinnerung

Gegen Schweiz, Tschechien & Kroaten Match gedreht Türkei ist seit der WM 2006 eine Turniermannschaft

Für das türkische Team ist die EURO vorbei:
"Comeback"-Champion bleibt in Erinnerung © Bild: AP/Super

Die Türkei ist eine Turniermannschaft geworden. 2002 hatten sich die Türken zuletzt für ein Fußball-Großereignis qualifiziert, erreichten in Japan und Südkorea das WM-Halbfinale. EM 2004 und WM 2006 verpassten sie, doch ihre Rückkehr auf die große Bühne war eine eindrucksvolle. Für den Außenseiter war erst im Halbfinale der EURO 2008 Endstation, nachdem er dem Turnier eine gehörige Portion Dramatik verliehen hatte. In fünf Spielen samt Nachspielzeit haben die Türken in Summe nur 13 Minuten geführt.

Schon in der EM-Qualifikation war die Türkei knapp vor dem Aus gestanden. Es war am 17. November des Vorjahres. Die Türkei lag im Schlüsselspiel in Norwegen nach einem Fallrückzieher von Erik Hagen früh mit 0:1 zurück. Eine Niederlage in Oslo hätte das sichere Aus bedeutet, doch die Topstars Emre (31.) und Nihat (59.) brachten die Türken zurück auf EM-Kurs. Es war das erste von mehreren unglaublichen Comebacks, die sie noch liefern sollten.

Die Türkei waren gegen die Schweiz, Tschechien und Kroatien jeweils vor dem Aus gestanden. Doch ausgerechnet nach ihrem vielleicht besten Spiel mussten die Türken im Halbfinale gegen Deutschland die Segel streichen. "Wir haben nicht immer gut gespielt, aber diesmal waren wir sehr gut", versicherte Teamchef Fatih Terim. "Es ist nie einfach, zurückzukommen. Aber diese Mannschaft hat eine unglaubliche Moral, einen unglaublichen Siegeswillen."

Starke Moral bewiesen
Sogar gegen die Deutschen hatte sein Team einen Rückstand durch ein spätes Tor von Semih Sentürk aufgeholt. Doch Deutschland schlug in der Schlussminute - ganz in türkischer Manier - durch Philipp Lahm noch einmal zurück. "Es war ein Drama, aber jeder hat guten Fußball gesehen", sagte Terim. "So etwas passiert, das ist das Schöne am Fußball. Manchmal ist es auch schon für uns gelaufen."

Deutschlands Teamchef Joachim Löw hatte im Vorfeld der Partie trotz der zahlreichen Ausfälle - neben Emre und Nihat fehlten fünf weitere Stammspieler - immer wieder vor den Türken und deren Glauben an sich selbst gewarnt. Er sollte Recht behalten. "Ich weiß, wozu die Türken fähig sind in ihrer Euphorie", sagte Löw, der 1998/99 (Fenerbahce Istanbul) und 2001 (Adanaspor) selbst in der Türkei gearbeitet hatte. "Die Türken darf man nie abschreiben."

Nach Auftaktniederlage bis ins Halbfinale
Das hatten sie im Turnierverlauf eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nach der verdienten Auftaktniederlage gegen Portugal (0:2) waren die Türken auch gegen die Schweiz mit 0:1 zurückgelegen, bis das Comeback seinen Lauf nahm. Joker Sentürk gelang der Ausgleich (57.), Jungstar Arda Turan beförderte den Gastgeber in der Nachspielzeit aus dem Turnier (94.). Damit hatten sich die Türken ein "Endspiel" um den Aufstieg ins Viertelfinale erarbeitet.

Gegen Tschechien hatte das Terim-Team bereits wie der sichere Verlierer ausgesehen. 0:2 waren die Türken eine Viertelstunde vor Schluss zurückgelegen. Bei einem Unentschieden hätte erstmals in der EM-Geschichte ein Elfmeterschießen über den Aufstieg entschieden. Doch dazu kam es nicht. Arda Turan (75.) und ein Doppelpack von Nihat (87., 89.) drehten die Partie noch in der regulären Spielzeit. "Das war das unglaublichste Spiel, aber wir haben nie den Glauben an uns verloren", versicherte Terim.

Im Viertelfinale gegen Kroatien vermochten die Türken über 120 Minuten nicht zu überzeugen. Geschlagen gaben sie sich trotzdem nicht, als Klasnic in der 119. Minute traf. Sentürk hatte noch einmal die Antwort parat (122.). Im Elferschießen verloren die überlegenen Kroaten die Nerven. Von Glück wollte Terim nichts wissen. "Ich glaube nicht an Wunder. Das geht nur durch harte Arbeit." Gegen Deutschland blieb sie unbelohnt. Dennoch sind die Türken und ihre Comebacks eine der Geschichten dieser EM. (apa/red)

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