Für Constantini ist es eine große Ehre:
Der eingeschlagene Weg wird fortgesetzt

Teamchef unterzeichnete Vertragsverlängerung Ziel: Leute sollen nicht mehr über ÖFB-Team lachen

Für Constantini ist es eine große Ehre:
Der eingeschlagene Weg wird fortgesetzt © Bild: Reuters/Bader

Dietmar Constantini hat offiziell seinen Vertrag als österreichischer Teamchef bis zum Ende der kommenden EM-Qualifikation verlängert. Im Rahmen einer Pressekonferenz im Wiener Hotel Hilton Stadtpark unterzeichneten der Tiroler und ÖFB-Präsident Leo Windtner jenes Dokument, das die weitere Zusammenarbeit zumindest bis Herbst 2011 besiegelte.

Constantini, der damit vom langjährigen "Feuerwehrmann" auf Clubebene zur Langzeitlösung für die Nationalmannschaft avancierte und weiterhin mit dem gleichen Betreuerstab zusammenarbeiten wird, zeigte sich zufrieden, vom ÖFB das Vertrauen geschenkt zu bekommen. "Es ist eine große Ehre, österreichischer Teamchef zu sein, und es freut mich, dass ich es in den nächsten zwei Jahren noch sein darf", sagte der 54-Jährige.

Er habe sich bei seinem Amtsantritt im vergangenen Frühjahr zum Ziel gesetzt, "dass die Leute nicht mehr über die Nationalmannschaft lachen, sondern sich freuen und auf sie stolz sind". Dies ist Constantini weitgehend gelungen, schließlich holte er in der WM-Qualifikation allein gegen Rumänien vier Punkte, außerdem gab es in den beiden weiteren Pflichtspielen einen ungefährdeten Heimsieg gegen die Färöer und ein unglückliches 0:1 auswärts gegen Gruppen-Spitzenreiter Serbien.

Bei der WM 2010 in Südafrika wird Österreich dennoch mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit nicht dabei sein, und auch eine Teilnahme an der EM 2012 in Polen und der Ukraine wird von Constantini nicht gefordert. "Ich sehe es nicht als zwingendes Ziel, dass diese Qualifikation unter allen Umständen erreichbar ist", betonte Windtner.

Weiter auf die junge Welle setzen
Für den ÖFB-Chef ist es wichtiger, dass der zuletzt leicht positive Trend fortgesetzt wird. "Wir wollen uns weiter auf die junge Welle konzentrieren, es soll eine Konsolidierung stattfinden, gewissermaßen eine Stamm-Findung. Ziel ist der dritte Platz in der WM-Quali und laufende Resultatsverbesserung, denn nur mit Sympathie zu punkten geht auf Dauer nicht. Wir brauchen auch Resultate", erklärte der Oberösterreicher, nach dessen Angaben es bei der Vertragsverlängerung Einstimmigkeit im ÖFB-Direktorium und -Präsidium gegeben hatte.

Das lag daran, dass laut Windtner in der Amtszeit von Constantini deutliche Verbesserungen sichtbar wurden. "Der Teamspirit hat sich vom A-Team-Betreuerstab auf die Betreuerstäbe der Nachwuchsmannschaften und auch auf das A-Team selbst übertragen. Wir können eine Zwischenbilanz ziehen, dass sich der Stellenwert und das Image des österreichischen Fußballs in Ansätzen verbessert hat."

Daran hat Constantini laut Windtner großen Anteil. "Der Terminus Feuerwehrmann, den wir ursprünglich ausgegeben haben, hat sich in anderer Bedeutung fixiert, nämlich dass es der Teamchef verstehen muss, in kurzer Zeit aus dem ihm zur Verfügung stehenden Material eine Mannschaft zu formen, und das gelingt ihm exzellent."

Trotz allen Lobes kam für Windtner eine noch längerfristige Lösung wie etwa ein Vertrag bis einschließlich der Qualifikation für die WM 2014 nicht infrage. Auch Constantini selbst hatte dies nicht angestrebt, wie er betonte: "Ich war jahrelang Leasing-Trainer und bin der Letzte, der auf längere Verträge pocht, damit er dann mehr Geld bekommt."

Zahl der Teamkandidaten massiv erhöht
Der Nachfolger von Karel Brückner sieht seinen Weg der radikalen Verjüngung nach wie vor als den richtigen an. "Anfangs wurde ich kritisiert, dass ich zum Beispiel mit Pehlivan einen geholt habe, der erst vier Spiele für Rapid gemacht hat. Heute redet keiner mehr darüber."

In den vergangenen Monaten hat sich laut Constantini die Anzahl an potenziellen Teamspielern massiv erhöht. "Eigentlich könnte ich derzeit einen 40-Mann-Kader zusammenstellen", behauptete der Tiroler. "Der Kader hat sich vergrößert. Einige sind verletzt, warten, dass sie wieder dabei sind und rufen oft lieb an."

Ivanschitz schon dabei?
Dazu zählt wohl auch Kapitän Emanuel Pogatetz, der sich in Middlesbrough nach überstandener Knieverletzung wieder an die Kampfmannschaft herantastet. Der Innenverteidiger ist aber laut Constantini für das abschließende WM-Quali-Doppel im Oktober gegen Litauen und Frankreich noch kein Thema. Ziemlich sicher dabei sein wird hingegen Erwin Hoffer, obwohl er in Neapel mit Integrationsproblemen zu kämpfen hat.

"Bei ihm habe ich geglaubt, er packt es gleich, aber wahrscheinlich wird's noch ein bisschen dauern. Momentan glaube ich hat er noch ein bisschen Heimweh, trotzdem gehe ich davon aus, dass er sich durchsetzt", sagte Constantini, der im Zusammenhang mit einem möglichen ÖFB-Comeback von Andreas Ivanschitz auf die kommende Kaderbekanntgabe verwies.
(apa/red)

Kommentare

ad \'Bei der WM 2010 in Südafrika wird Ö dennoch maSgW nicht dabei sein.\' ... ... Im Lichte (trivial-)stochastischer \'Basics\' eine Teils ganz grundsätzliche, abstrakte Korrektur ...:

Sicherheit grenzt *nicht* an Wahrscheinlichkeit (dies nur exemplarisch für den reichlichen Gebrauch besagter Wortfloskel in diesem wichtigen & einflußreichen österr. Informationsmedium);

Ganz grds, in abstracto, zur Problematik der ("sprachästhetisch" wohl oft als "lieblich" bezeichenbaren) Wortfloskel der so genannten "an Sicherheit *grenzenden* (!)Wahrscheinlichkeit" siehe ua meine Forschungsarbeiten im Münchner GRIN-Verlag(http://www.grin.com/profile/472923/georg-schilling)

wie auch etwa adie Arbeiten von s.g. Profs Drs Dubben/Beck-Bornholdt zur - so genannten - "an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit" :

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/buchtipps/260163.html

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