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Für Austria geht es im
Wiener Derby "um mehr"

Violette starten bei Rapid in schwere Wochen - Alle Stammkräfte dabei

Für die Wiener Austria wird das 321. große Wiener Fußball-Derby gegen Rapid zum Startschuss in oft beschworene Wochen der Wahrheit. Nach dem Antritt im Allianz Stadion am Sonntag (16.30 Uhr/live ORF eins, Sky) wartet auf die Violetten das Heimspiel gegen Sturm Graz, ehe es auswärts gegen Altach geht.

"Für uns geht es - so blöd es klingt - um mehr", meinte Franz Wohlfahrt mit Blick auf die Tabelle. In dieser liegt die Austria im engen Dreikampf um Platz zwei derzeit zwischen Sturm Graz und Altach. Der grünweiße Erzrivale hat als Sechster 16 Zähler Rückstand. Austrias Sportdirektor wusste jedoch auch: "Natürlich wird Rapid gegen uns nicht verlieren wollen."

Einen Sieg aus dem Westen Wiens entführte die Austria bereits Ende Oktober des Vorjahres. Das 2:0 der Gäste bedeutete die erste Liga-Niederlage Rapids in der neuen Spielstätte. Thorsten Fink wollte die Erinnerung daran wieder auffrischen. Austrias Trainer hofft auf einen neuerlichen Erfolg: "Wir könnten gegen die unmittelbare Konkurrenz voller Selbstvertrauen spielen. Das würde uns gut tun."

Dass die Austria im Unterschied zu Rapid in der Meisterschaft das Ziel Europacup-Teilnahme noch erreichen kann, bezeichnete Fink als "Anreiz". Dass der Stadtrivale vier Tage vor dem Cup-Halbfinale gegen den LASK die Zügel schleifen lassen könnte, glaubt man im Austria-Lager aber nicht.

Nach dem Aus von Damir Canadi habe Goran Djuricin als neuer Cheftrainer der Hütteldorfer einen "neuen Impuls" gebracht, meinte Fink. "Wir wissen, dass es nicht die Rapid-Mannschaft ist wie vor wenigen Wochen. Jetzt spielen sie mit einem System, das vielleicht besser zu ihnen passt", mutmaßte der Deutsche. Als Kritik an Canadi wollte er dies aber nicht verstanden wissen.

In keinem der bisherigen drei Saisonderbys konnte das Heimteam einen Sieg erringen. Zum Frühjahresauftakt gab es im Happel-Stadion ein 1:1, Lukas Rotpuller traf für die "Veilchen" erst in letzten Spielminute zum Ausgleich. Für Canadi der erste Rückschlag eines für ihn sportlichen verunglückten Jahres 2017. Mit Djuricin trifft Fink jedenfalls auf den vierten Rapid-Coach seiner Amtszeit in Wien.

Eine denkbar schlechte Ausgangslage wendete die Austria mit dem 3:0 in Mattersburg am Ostersonntag ab. Vier Pflichtspiel-Niederlagen waren zuvor zu Buche gestanden. Besser verteidigen und schneller Umschalten als im Burgenland werde man dennoch müssen, betonte Fink. "Wir müssen alle Facetten eines Spiels bringen, um im Derby zu gewinnen." Personell kann die Austria bis auf den langzeitverletzten Robert Almer aus dem Vollen schöpfen. Jens Stryger Larsen stünde als Rechtsverteidiger wieder zur Verfügung, jedoch zeigte David de Paula zuletzt dort eine gute Leistung.

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