Für Airbus wird 2007 zum Schicksalsjahr:
Erster A380 soll im Herbst in Betrieb gehen

Der Airbus lässt bereits zwei Jahre auf sich warten An neuen Modellen wird schon heimlich gearbeitet

Für Airbus wird 2007 zum Schicksalsjahr:
Erster A380 soll im Herbst in Betrieb gehen

Nach Chaos in der Produktion und Personenkarussell in der Chefetagewird 2007 zum Schichsalsjahr für Airbus. Zentral dürfte die Auslieferung der ersten A380, mit zwei Jahren Verspätung, werden. Außerdem läuft die Fertigung des Militärtransporters A400M in Spanien an. Doch es geht 2007 auch "ums Eingemachte.

Mit der Übergabe der ersten Maschine an Singapore Airlines im Herbst soll der A380 im Jahr 2007 endlich den Liniendienst aufnehmen. Der Super-Airbus für 555 Passagiere steht mit seiner Teilfinanzierung über Staatskredite, den Doppelstrukturen in der Fertigung in Hamburg und Toulouse, Personalquerelen und "Parallelhierarchie" in Hamburg aber schon für die Vergangenheit des europäischen Flugzeugbauers. Der "Kabelsalat" beim A380 hat allen gezeigt, wie unzureichend Hamburg und Toulouse vom Werkzeug bis zum Informationsfluss integriert sind.

Zukunft und Kostenminimierung
Die Zukunft heißt Power8, A350 und A320-Neu, und sie beginnt jetzt. In den kommenden Wochen muss Airbus die große Reform der Fertigungsstrukturen in Angriff nehmen, die im Effizienzprogramm Power8 angerissen wird. Gleichzeitig müssen für die Entwicklung des Langstreckenjets A350 die Verträge mit Zulieferern und Risikopartnern von China bis zu den USA abgestimmt werden. Beides gehört untrennbar zusammen. Und beides entscheidet über langfristige Arbeitsplätze von Buxtehude und Varel bis Toulouse und Meaulte. Denn der A350 für 270 bis 350 Passagiere soll zur Hälfte im "Dollarraum" gefertigt werden. Das soll Kosten sparen und vor Währungsschwankungen schützen.

A320-Neu bereits in Planung
Dazu kommen 2007 zentrale Vorentscheidungen für den Nachfolger des A320, der dafür gesorgt hat, dass 2006 trotz aller Krisen das zweitbeste Jahr der Airbus-Geschichte wurde. Fast 600 der 694 Verkäufe entfielen auf die A320-Familie und sorgten dafür, dass Boeing mit 904 Verkäufen nicht unerreichbar entflog. Doch für 2013 peilt Boeing eine neue 737 an: ein Frontalangriff auf den A320. Auch wenn man bei Airbus noch nicht gerne darüber spricht: Die Europäer müssen sich schnell vor einem Wegbrechen ihres Hauptmarktes wappnen. Erste Ingenieurteams arbeiten im Stillen schon an dem A320-Neu. (apa/red)