Fakten von

Für Air Berlin ist eine
Insolvenz "kein Thema"

Weiterführung des Flugbetriebs laut Airline gesichert - Sprecherin: Kunden sollen mit Fluggutscheinen entschädigt werden

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin, Mutterkonzern der österreichischen Niki, widerspricht Gerüchten über eine drohende Pleite. "Eine Insolvenz ist kein Thema für uns", sagte Air-Berlin-Sprecherin Theresa Krohn am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Das Unternehmen verfügt demnach über ausreichend liquide Mittel.

Mit der arabischen Airline Etihad habe die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft außerdem einen "verlässlichen Partner, der uns bis Oktober 2018 seine Unterstützung zugesagt hat", erklärte die Sprecherin.

Etihad ist mit einem Anteil von 29,2 Prozent der größte Einzelaktionär der Airline, will diese Beteiligung Medienberichten zufolge aber loswerden. Als möglicher Interessent gilt die Lufthansa. Heute, Mittwoch, hält das Unternehmen in London seine Hauptversammlung ab.

Die Flüge bei Air Berlin sind dem Unternehmen zufolge sicher. "Reisende können beruhigt bei uns buchen", sagte Sprecherin Krohn. Air Berlin fliege wieder verlässlich und habe seine "operativen Probleme in den Griff bekommen". Aus Ärger über ausgefallene Flüge und Verspätungen verlangen Air-Berlin-Kunden Medienberichten zufolge Schadenersatz in Millionenhöhe.

Die Fluggesellschaft bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass es in den vergangenen Monaten ein erhöhtes Beschwerdeaufkommen gegeben habe. Krohn zufolge könnte es deshalb länger dauern, bis alle Fälle bearbeitet sind. "Aber Air Berlin wird alle berechtigten Ansprüche seiner Kunden erfüllen", erklärte die Sprecherin.

Die Fluggesellschaft rät ihren Kunden, sich bei Entschädigungsansprüchen direkt beim Unternehmen zu melden, über ein entsprechendes Onlineformular auf der Internetseite. Neben den in der EU-Fluggastrechteverordnung festgelegten Ausgleichszahlungen gewährt Air Berlin seinen Kunden demnach auch höhere Entschädigungen in Form von Fluggutscheinen - "bei einer Kompensation von 250 Euro etwa einen Gutschein in Höhe von 350 Euro", erklärte Air-Berlin-Sprecherin Krohn.

Sie riet Reisenden gleichzeitig davon ab, Klageportale mit der Abwicklung von Ausgleichszahlungen zu beauftragen: "Kunden haben mehr davon, wenn sie sich mit ihren Entschädigungsansprüchen direkt an uns wenden." Fluggastrechte-Portale steckten "bis zu 30 Prozent der Kompensation selbst ein", sagte Krohn.

Experten rechnen damit, dass sich Air Berlin auf Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe einstellen muss. Die Airline steckt seit 2008 in den roten Zahlen, unterbrochen nur von einem kleinen Plus im Jahr 2012. Vergangene Woche stellte die Fluggesellschaft bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Anfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrages. Auch der Bund prüft eine Beteiligung.

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