Fünf Vorstände im Schussfeld der Kritik:
Wer den Job-Abbau zu verantworten hat

Wais, Jettmar, Götz, Hitzinger und Mende im Visier

Fünf Vorstände im Schussfeld der Kritik:
Wer den Job-Abbau zu verantworten hat © Bild: APA/Jäger

Die Postsparpläne und vor allem der anvisierte Personalabbau von bis zu 9.000 Mitarbeitern erzürnt vor allem die SPÖ, aber auch einige Landeshauptleute der ÖVP. Der mit der Regierungsbildung beauftragte SPÖ-Chef Werner Faymann hatte in einer ersten Reaktion gemeint, bei einem derart umfangreichen Personalabbau müsse es auch ein Köpferollen im Post-Vorstand geben. Das würde bedeuten, dass zu den 9.000 Postmitarbeitern ohne Beschäftigung dann noch fünf Vorstandsmitglieder kämen - und zwar Vorstandsvorsitzender Anton Wais, sein Stellvertreter Rudolf Jettmar, sowie Herbert Götz, Walter Hitziger und Carl-Gerold Mende.

Die Verträge mit den fünf Vorständen laufen aber in der Regel noch einige Jahre. Ein Rausschmiss würde praktisch einem sehr teuren Golden Handshake gleichkommen und den Post-Mitarbeitern nichts bringen. Bei den ÖBB hat der vorzeitige Abschied von Bahnchef Martin Huber rund 800.000 Euro gekostet.

Die Manager haben die Kennzahlen der Post von 2001 bis 2007 jedenfalls deutlich verbessert. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum um 48 Prozent von 1,565 Mrd. Euro auf knapp 2,316 Mrd.. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich gar um 168 Prozent von 109,4 auf 292,7 Mio. Euro, das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) brauste um das mehr als Zehnfache in die Höhe (von 15,1 auf 162,8 Mio. Euro).

Das börsenotierte Unternehmen erzielt im vergangenen Jahr einen so hohen Gewinn, dass es Anfang September eine Sonderdividende ausgeschüttet hat. Insgesamt wurden für 2007 2,40 Euro pro Aktie bzw. 168 Mio. Euro ausgezahlt. (apa/red)