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UNICEF: Fünf Millionen Kinder
im Irak brauchen humanitäre Hilfe

Bericht: Kinder bewusst ins Visier genommen

Kinder im Irak sind laut UNICEF "in einem endlosen Teufelskreis aus Gewalt und zunehmender Armut gefangen". Fünf Millionen Kinder benötigen humanitäre Hilfe. Kinder würden im Westen Mossuls bewusst ins Visier genommen und getötet, um Familien zu strafen und an der Flucht zu hindern, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.

Laut UNICEF wurden seit 2014 insgesamt 1.075 Kinder getötet, 1.130 verletzt oder verstümmelt. Allein seit Jahresbeginn wurden bereits 152 Kinder getötet und 255 verletzt. Über 4.650 Kinder seien in den vergangenen drei Jahren von ihren Familien getrennt worden oder waren unbegleitet auf der Flucht. Jedes vierte Kind kommt aus einem armen Haushalt, heißt es in dem Bericht mit dem Titel "Nowhere to go".

Durch den Bürgerkrieg seien in den vergangenen drei Jahren drei Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben - die Hälfte von ihnen Kinder und Jugendliche. 1,2 Millionen besuchen laut UNICEF keine Schule, drei Millionen Kinder nur unregelmäßig.

"Im ganzen Irak werden Kinder Zeugen von blankem Horror und unvorstellbarer Gewalt", erklärte Peter Hawkins, Leiter von UNICEF Irak, in einer Presseaussendung am Donnerstag. "Sie werden getötet, verletzt, verschleppt und gezwungen, zu schießen und zu töten." UNICEF fordert daher ein Ende des Konfliktes, der schweren Kinderrechtsverletzungen sowie rechtlichen Beistand für inhaftierte Kinder. Kindern müsse außerdem ungehinderten Zugang zu humanitären Hilfe gewährleistet werden. Dem Kinderhilfswerk fehlen nach eigenen Angaben für dieses Jahr noch 100 Millionen US-Dollar, um die Nothilfe fortzusetzen.

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