Fünf Linien, 61 Kilometer und 85 Stationen: Seit 30 Jahren fährt U-Bahn quer durch Stadt

U-Bahn-Zeitalter begann '76 mit erstem Probebetrieb

Die Wiener U-Bahn ist im Vergleich der europäischen Metropolen relativ jung. Ein erster Probebetrieb wurde vor 30 Jahren, am 8. Mai 1976, zwischen Heiligenstadt und Friedensbrücke aufgenommen. Am 28. Februar 1978 konnte dann die "richtige" Eröffnung eines Teilstücks, nämlich der U1 zwischen Karlsplatz und Reumannplatz gefeiert werden. Derzeit ist das Netz 61 Kilometer lang und umfasst fünf Linien mit 85 Stationen.

Nach dem ersten Abschnitt wurden zunächst zwölf weitere Teilstrecken des aus U1, U2 und U4 bestehenden U-Bahn-Grundnetzes eröffnet. Eine echte Neubaustrecke stellte dabei nur die U1 dar, dafür verläuft sie teilweise oberirdisch und wurde - in Erwartung des bis heute noch nicht errichteten Zentralbahnhofs - am Südbahnhof vorbei gebaut.

Die U2 basiert auf der 1966 eröffneten "Unterpflasterstraßenbahn" zwischen Karlsplatz und Alser Straße, die U4 auf Otto Wagners Stadtbahn zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt entlang des Wienflusses und des Donaukanals. Im September 1982 war mit der Inbetriebnahme der U1-Strecke Praterstern-Kagran die erste Ausbauphase abgeschlossen.

Zweite Ausbaustufe ab 1983
In der zweiten Ausbauphase folgten ab 1983 die Linien U6 und U3 (die anfangs geplante Linie U5 wurde nie realisiert). Im Oktober 1989 war das Kernstück der U6 zwischen Philadelphiabrücke und Heiligenstadt fertig. Durch ihre bis 1996 erfolgte Verlängerung nach Siebenhirten und die Umleitung via Spittelau nach Floridsdorf wurde sie zur längsten U-Bahn-Linie Wiens.

Auch die U6 basiert entlang des Gürtels auf Wiens Stadtbahn aus dem 19. Jahrhundert. Sie ist zudem die einzige Linie, die nicht mit "Silberpfeil"-Garnituren bzw. deren Nachfolgern, den V-Wagen betrieben wird. Die Adaptierung wäre zu teuer gekommen und hätte historische Bauteile - darunter Otto Wagners Wientalbrücke - gefährdet. Deshalb sind bis heute Stadtbahn-Garnituren in Kombination mit Niederflurzügen unterwegs, die den Strom per Oberleitung und nicht aus einer seitlichen Stromschiene beziehen.

Auf der U3 konnte man 1991 von Erdberg zum Volkstheater fahren, danach wurden Mariahilfer Straße und Westbahnhof erschlossen. Im Dezember 1998 wurde die westliche Verlängerung der U3 bis Ottakring eingeweiht, und im Dezember 2000 in Simmering der Ausbau in östlicher Richtung abgeschlossen.

In der dritten Ausbaustufe der Wiener U-Bahn wird seit April 2000 an der Verlängerung der U2 Richtung Prater und Donaustadt sowie seit Oktober 2001 an der U1 nach Leopoldau gearbeitet. Die U2 soll anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2008 bis zum Ernst-Happel-Stadion fahren. Das neue U1-Teilstück geht bereits am 2. September 2006 in Betrieb.
(apa)