Führungsspieler sind in der Verantwortung:
Paul Scharner will ein würdiger Kapitän sein

Wigan-Spieler: "Gibt keine Freundschaftsspiele mehr" Vereinswechsel von Scharner noch nicht vom Tisch

Führungsspieler sind in der Verantwortung:
Paul Scharner will ein würdiger Kapitän sein © Bild: Reuters/Zolles

Paul Scharner zählt zu den wenigen Routiniers im aktuellen Kader der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. Im heutigen Testspiel (20.30 Uhr/live auf NEWS.at) in Klagenfurt gegen Kamerun will sich der Wigan-Legionär daher als echter Kapitän präsentieren. "Es ist naheliegend, dass ich einer der Führungsspieler bin. Ich werde alles versuchen, um die Jungen so gut wie möglich zu unterstützen", versprach der Niederösterreicher.

Scharner hat in den vergangenen Monaten einen positiven Wandel im österreichischen Fußball beobachtet. "Das beginnt schon beim Kader und damit, dass der Teamchef sehr auf junge Spieler baut. Es gibt in der Bundesliga derzeit irrsinnig viele junge Spieler, das kann für das Nationalteam nur gut sein. Außerdem ist es auch wichtig, dass Österreich so wie zuletzt viele Punkte in der Europacup-Wertung sammelt."

Von der derzeitigen guten Atmosphäre in der ÖFB-Auswahl ist der 24-fache Internationale begeistert. "Die Stimmung ist so gut, dass jeder gerne herkommt und positive Energie für seine weiteren Aufgaben mitnimmt."

Nicht zur Gaudi spielen
Scharner warnte aber davor, angesichts einer gewissen Aufbruchsstimmung mit einer zu laschen Einstellung in das Duell mit Kamerun zu gehen. "Ich bin da auf einer Linie mit dem Teamchef: Es gibt keine Freundschaftsspiele mehr. Es geht darum, dass man nicht zur Gaudi spielt und das Match ernst nimmt."

Gegen Kamerun feierte der 29-Jährige im Frühjahr 2002 beim 0:0 in Wien sein Teamdebüt als Rechtsverteidiger. Ob er sich überhaupt ein zweites Mal mit den "unbezähmbaren Löwen" messen darf, war am Tag vor dem Spiel wegen einer am Samstag in einem Vorbereitungsmatch erlittenen Muskelverhärtung im Oberschenkel noch nicht ganz fix. "Aber der Heilungsverlauf geht in die richtige Richtung. Ich glaube, ich werde am Mittwoch dabei sein."

Wechsel noch nicht vom Tisch
Von der Anreise ins Teamcamp nach St. Veit an der Glan ließ sich Scharner trotz seiner Blessur nicht abhalten. "Doch der Trainer hat gesagt, ich soll im Training vorsichtig sein, damit ich nicht für das erste Meisterschaftsspiel am Wochenende gegen Aston Villa ausfalle."

Ob der Ersatzkapitän für den rekonvaleszenten Emanuel Pogatetz die gesamte Saison für Wigan bestreiten wird, ist noch nicht geklärt. "Wenn bis 31. August nichts passiert, bin ich zumindest bis Winter bei Wigan. Ich habe noch ein Jahr Vertrag und eine fixe Ablösesumme, da überlegen sich viele Vereine, ob sie nicht noch ein Jahr warten sollen."
(apa/red)