Führte Schlamperei zu Pascal Terrys Tod?
Vorwürfe gegen Dakar-Rennleitung erhoben

Leiche des Piloten wurde erst nach 2 Tagen gefunden Probleme mit VW-Servolenkung werfen Sainz zurück

Führte Schlamperei zu Pascal Terrys Tod?
Vorwürfe gegen Dakar-Rennleitung erhoben © Bild: Reuters/Stringer

Der bei der Rallye Dakar in Argentinien gestorbene französische Motorradfahrer Pascal Terry hätte nach Einschätzung der Polizei gerettet werden können. Terry starb nach Krankenhaus-Angaben an einem Herzinfarkt als Folge eines Lungenödems. "Er hätte gerettet werden können, wenn er rechtzeitig gefunden worden wäre", zitierten argentinische Medien den Polizeikommissar Julio Acosta. Eine frühere Alarmierung der Polizei durch die Rennleitung wäre dafür notwendig gewesen, habe Acosta hinzugefügt.

Terry war am Sonntag wegen Spritmangels liegen geblieben und hatte kurz darauf ein Notsignal abgesetzt. Die Suche lief jedoch erst am Montag an. Dann sei die Suche sogar unterbrochen worden, weil Pascal Terry angeblich in einem Zwischenlager der Rallye in Neuquen gesichtet worden war. Erst als sich dies als Irrtum herausstellte, wurde die Suche wieder intensiviert und die Leiche Terrys am frühen Mittwochmorgen gefunden. Die Rennleitung räumte zunächst keine Fehler ein.

Sainz zurückgefallen
Unterdessen hatte der VW-Pilot Carlos Sainz auf der 5. Etappe erneut wie schon bei der Dakar 2007 Probleme mit der Servolenkung seines Race Touareg. Dem Radiosender Cadena 3 sagte er am Mittwoch, er habe einen Stein ungünstig getroffen, worauf die Servolenkung ausgefallen sei. Etwa 200 Kilometer habe er das Fahrzeug ohne die Unterstützung lenken können, aber am Ende der Etappe in den Dünen sei das fast unmöglich geworden. Durch die Probleme habe sich das Fahrzeug dort überschlagen, wobei die Motorhaube und Teile der Dachverkleidung fortgerissen wurden.

Der Spanier und sein Co-Pilot Michel Perin, die den Unfall heil überstanden, beendeten die Etappe dennoch. Allerdings büßten sie auf den 505 gewerteten Kilometern einige Minuten ein und fielen mit einem Rückstand von 6:33 Minuten auf den dritten Platz zurück. Das Fahrzeug wurde über Nacht so gut wie möglich repariert und war auf der 6. Etappe wieder am Start.

Die Donnerstag-Etappe musste wegen Unpassierbarkeit einer Wasserdurchfahrt von 394 auf 178 Kilometer verkürzt werden. Der Start wurde um zwei Stunden verschoben.
(apa/red)