Führt wirklich kein Weg an Google vorbei?
Neue Konkurrenten zum Such-Monopolisten

Wie die Marktmacht zunehmend unter Druck gerät FORMAT: Alternative Projekte und deren Potenzial

Führt wirklich kein Weg an Google vorbei?
Neue Konkurrenten zum Such-Monopolisten © Bild: FORMAT/Werk

Was kann aus zwei Studenten, einer Idee und einem Algorithmus werden? In zehn Jahren der Monopolist für die Suche im Internet. Über 90 Prozent der Internetnutzer verwenden Google, im Schnitt 6,8-mal am Tag. Der kleine Schlitz mit dem bunten Logo drauf prägt unsere Sicht auf die Welt. Und das nicht nur online.

Dass dieser Erfolg auf Basis der Auswertung von vielen Daten passiert, die die Kalifornier sammeln, ist der Preis. Die Macht und Googles Ambitionen, in den Telekom- und Offline-Werbemarkt sowie das Gesundheitsgeschäft einzusteigen, rufen zusehends Kritik von Datenschützern hervor (siehe Buch-Tipp). Wie bei Microsoft zu seinen besten Zeiten wird der Ruf nach Alternativen laut. Und die gibt es tatsächlich, und sie werden mehr.

Es ist nicht einfach, Google Paroli zu bieten
Viel Geld oder ein bekannter Name machen noch keine ernsthafte Konkurrenz, wie Microsoft aus leidvoller Erfahrung weiß. Um sich als Alternativer zu etablieren, bedarf es anderer Ansätze: etwa eines Communitygedankens aus der Web-2.0-Welt und neuer grafischer Konzepte. Die Suchmaschine Quintura zeigt hier, wie man mit Trefferwolken ein innovatives Konzept auf die Beine stellen kann. Zu einem Suchbegriff werden zahlreiche Begriffe angezeigt, die Anwender weiterführen sollen. Wem das Konzept zu ungewohnt ist, dem hilft die Suchmaschine mit einer klassischen Trefferliste.

Das Prinzip der Zusammenarbeit von freiwilligen Helfern für eine individuellere, werbefreie und glaubwürdige Suchmaschine dürfte derzeit der vielversprechendste Ansatz sein, einen Weg abseits des Giganten zu finden. Das versucht Wikipedia-Erfinder Jimmy Wales mit seinem WikiaSearch-Projekt, aber auch das US-Startup Mahola setzt auf die redaktionelle Bewertung der Links durch Tausende Nutzer. Christoph Herr vom deutschen Suchspezialisten Neuropower Technologies sieht die menschliche Arbeitskraft und dieses Social Bookmarking eher skeptisch: "Ich schätze, dass die grafischen Darstellungsmöglichkeiten des Wissens der nächste große Schritt sind." Seine Firma entwickelt unter Verwendung von künstlicher Intelligenz und auf Basis neuronaler Netze Produkte, mit denen große Datenmengen in sogenannten Karten dargestellt werden. Diese Programme kommen aber hauptsächlich in großen Firmen zum Einsatz, um Datenbestände schneller zu durchforsten.

Das österreichische Start-up 123people. com hat sich ausschließlich auf die Personensuche konzentriert und bindet die Community ein, indem sie den gesuchten Personen in gewissem Umfang erlaubt, die Suchergebnisse und persönlichen Profile richtigzustellen. Doch nicht nur die neuen Zugänge zur Aufbereitung der Ergebnisse durch Wortwolken und andere Mindmapping-artige, also assoziative Auflistungen, sondern auch ein Gegentrend zu Googles traditioneller Schlichtheit sorgen für Bewegung am Markt: Kartoo oder auch Searchme.com, das allerdings derzeit nur für ausgewählte Tester zugänglich ist, zeigen die Ergebnisse grafisch an.

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