Führerschein-Vormerksystem ist 2 Jahre alt: Schon über 46.100 Delikte registriert

Viele Verstöße bei Kindersicherung & Alkoholisierung KfV: Leute sollen nicht in erster Linie bestraft werden

Das Führerschein-Vormerksystem feierte seinen zweiten Geburtstag. 46.111 Delikte von dreizehn besonders schweren Vergehen im Straßenverkehr wurden bisher (Stand 19. Juni) registriert. Verstöße gegen Vorschriften bei der Kindersicherung führen dabei die Liste mit 17.337 Vormerkungen an, so das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) in einer Aussendung. Rund ein Drittel der Delikte (15.236) betrifft die Alkoholisierung von Lenkern mit mehr als 0,5 Promille.

Platz drei der häufigsten Delikte belegen Fahrzeuge, deren Zustand oder Beladung als sicherheitsgefährdend eingestuft wurde (7.437 Vergehen). Zu vielen Vormerkungen führten auch die Nichteinhaltung von Sicherheitsabständen (3.151 Vergehen) sowie die Gefährdung von Fußgängern am Schutzweg (1.251 Vergehen).

"Die Leute sollen nicht in erster Linie bestraft, sondern zu einer Verhaltensanderung animiert werden", erklärte KfV-Direktor Othmar Thann. Das Vormerksystem leiste einen wertvollen Beitrag zur Bewusstseinsbildung. So sei zum Beispiel die Kindersicherungsquote 2006 um fünf Prozent gestiegen und liegt mit 91 Prozent so hoch wie nie. Gefordert wurde vom KfV die Aufnahme von weiteren gefährlichen Delikten in das Vormerksystem: Geschwindigkeitsübertretungen, das Nichtanlegen von Gurten und Telefonieren mit Handy am Steuer sollten vermerkt werden.

1.553 Verkehrsteilnehmer haben seit 1. Juli 2005 zwei Vormerkungen erhalten und mussten somit Nachschulungen oder andere Maßnahmen bewältigen, um ihre Lenkberechtigung zu behalten. Wegen eines Delikts wurden 42.571 Personen im System gelistet. 118 Lenker verloren wegen drei Verstößen ihren Führerschein für drei Monate. Mehr als drei Vormerkungen hat es bei 18 Personen gegeben. Die meisten Vormerkungen gab es bisher in Wien (10.052), Niederösterreich (6.410) und Oberösterreich (6.366). Am bravsten waren die Autofahrer offenbar im Burgenland (1.843) und in Salzburg (2.998).

(apa/red)