"Fühle mich ein wenig ausgebeutet": Bono kritisiert Wahlwerbung Berlusconis mit ihm

Sänger ungefragt in Wahlkampfbroschüre abgedruckt U2-Kopf schreibt offenen Brief an Italiens Premier

"Fühle mich ein wenig ausgebeutet": Bono kritisiert Wahlwerbung Berlusconis mit ihm

Der irische Rockstar Bono sieht sich von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi für dessen Wahlkampf missbraucht. "Herr Berlusconi, ich könnte geschmeichelt sein, weil ich in ihrer Broschüre erscheine, aber ich fühle mich auch ein wenig ausgebeutet", schrieb der Sänger der Band U2 in einem am Sonntag von der Tageszeitung "Corriere della Sera" veröffentlichten offenen Brief. "Auf Seite 79 bin ich auf einem Foto am Telefon zu sehen mit der Erläuterung, dass ich Ihnen gerade für ihre Leistungen bei der Hilfe für die ärmsten Länder dieser Welt gratuliere", schreibt Bono weiter.

"Tragischerweise ist Italien aber unter Ihrer Regierung auf den letzten Platz der 22 reichsten Länder der Welt abgerutscht, wenn es um die Hilfe für die Dritte Welt geht." Bono schreibt weiter: "Das ist nicht das Italien, das ich liebe. Die Italiener sind das großzügigste Volk, das ich kennengelernt habe."

Berlusconi hat an 50 Millionen italienische Wähler eine Hochglanz-Broschüre verschickt. Darin preist er seine Leistungen in den fünf Jahren an der Spitze der italienischen Regierung. Der Regierungschef, in den Umfragen hinter seiem Kontrahenten Romano Prodi, will damit vor allem bei unentschlossenen Wählern um Stimmen werben. Zu dieser Gruppe gehören laut Politologen vor allem junge Italiener, die auch von Popstar Bono und seiner Musik angesprochen werden. Das neue Parlament wird am 9. und 10. April gewählt.
(apa)