Fakten von

Der Teamkapitän mischt
die Premier League auf

Christian Fuchs ist mit Leicester auf dem besten Weg zum englischen Meistertitel

Christian Fuchs © Bild: Tony Marshall/Getty Images

Spätestens als Christian Fuchs in der 60. Minute die Corner-Flanke genau auf den Kopf seines Abwehrchefs Robert Huth zirkelt und dieser zum 3:0 für Leicester einköpft, wird es mucksmäuschenstill im Etihad-Stadion von Manchester. Die Underdogs der englischen Premiere League haben am vergangenen Samstag mit dem 3:1-Auswärtserfolg gegen die Citizens das nächste Kapitel eines unglaublichen Fußballmärchens geschrieben. Mit dem dritten Sieg in Serie hat Leicester nicht nur die Tabellenführung behauptet, sondern den Vorsprung auf fünf Punkte ausgebaut.

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Nur noch 13 Spiele trennen die „Foxes” jetzt von der wahrscheinlich größten Sensation im englischen Klubfußball. Den nächsten großen Schritt zum Titelgewinn kann Leicester bereits am kommenden Sonntag, 14. Februar, im Londoner Emirates Stadion gegen Arsenal machen – neben Tottenham derzeit der erste Verfolger.

Als Österreichs Teamkapitän Christian Fuchs im Sommer 2015 nach sieben Jahren in der Deutschen Bundesliga (Bochum, Mainz, Schalke 04) in die englische Premier League wechselte, war Leicester keine Topadresse. Der Klub aus den East Midlands, rund 150 Kilometer nördlich von London, hatte gerade mit viel Mühe den Abstieg aus der höchsten Spielklasse verhindert. Der Nichtabstieg war auch das erklärte Ziel des neuen Trainers Claudio Ranieri. Christian Fuchs war für den 64-jährigen italienischen Trainerroutinier zunächst aber nicht die erste Wahl. In den ersten sieben Runden musste Fuchs zumeist die Ersatzbank drücken, wurde nur zwei Mal in der Schlussphase eingewechselt. Das sollte sich nach dem 2:5-Heimdebakel der „Foxes” gegen Arsenal am 26. September ändern. Beim 2:1-Auswärtssieg gegen Norwich stand Christian Fuchs am 3. Oktober erstmals in der Startelf – und hat seither alle Matches durchgespielt. In den 17 Partien mit dem österreichischen Teamkapitän feierte Leicester elf Siege und fünf Unentschieden und musste nur eine einzige Niederlage hinnehmen. Seit dem 0:1 in Liverpool am 26. Dezember ist Leicester mit Christian Fuchs in der Premier League ungeschlagen.

Vor allem für die millionenschweren Großklubs sind die „Foxes” inzwischen ein Angstgegner. Und Christian Fuchs sorgte dabei immer für entscheidende Aktionen. Gegen Manchester United lieferte der Teamkapitän mit einem Outeinwurf die Vorlage für das 1:0 durch Toptorjäger Jamie Vardy. Der knappe 1:0-Auswärtssieg bei Tottenham ging ebenfalls auf das Konto einer Maßflanke von Fuchs. Der 2:1-Heimerfolg über den noch amtierenden Meister Chelsea im Dezember bedeutete schließlich sogar das Aus für Jose Mourinho auf der Trainerbank der „Blues”.

Aber nicht nur in der Offensive (insgesamt drei Torvorlagen) beweist Christian Fuchs regelmäßig seine Qualitäten. Der Teamkapitän zählt auch zu den zweikampfstärksten Spielern in der Premier League und begeht dabei im Schnitt nur 1,16 Fouls pro Match – ein rekordverdächtiger Wert. Christian Fuchs hat in seinen bisherigen 19 Premiere League-Spielen keine einzige Gelbe Karte kassiert.

Wenn Kapitän Christian Fuchs im Mai tatsächlich als frischgebackener englischer Meister ins Teamcamp einrückt, ist das sicher auch eine Extraportion Selbstbewusstsein und Motivation für die österreichische Nationalmannschaft bei der Euro 2016 in Frankreich.

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