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Deutsche fahren ohne Reus
zur WM nach Brasilien

Fällt wegen Fußverletzung aus. Sampdoria-Verteidiger Mustafi nachnominiert.

Marco Reus © Bild: imago/Karina Hessland

Deutschlands Fußball-Nationalspieler Marco Reus fällt wegen seiner Fußverletzung für die WM in Brasilien aus. Der 25-jährige Offensivspieler von Borussia Dortmund hatte beim 6:1-Sieg am Freitagabend in Mainz im Testspiel gegen Armenien einen Teilriss des vorderen Syndesmosebandes oberhalb des linken Sprunggelenks erlitten.

Reus werde voraussichtlich erst in sechs bis sieben Wochen wieder ins Training einsteigen können, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Samstag mit. "Für ihn und für uns ist dies extrem bedauerlich", betonte DFB-Trainer Joachim Löw. Der 54-Jährige nominierte für Reus wenige Stunden vor der Abreise des WM-Kaders nach Brasilien den Abwehrspieler Shkodran Mustafi von Sampdoria Genua nach.

Marco Reus
© imago/Moritz Müller

"Marco war super drauf. Er hat im Trainingslager und in den beiden Spielen gegen Kamerun und Armenien einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, hat vor Spielfreude gesprüht. In unseren Überlegungen für Brasilien hat er eine zentrale Rolle gespielt", bedauerte Löw den Ausfall. Mustafi hatte der Ex-Tirol- und Austria-Wien-Trainer nach dem Trainingslager in Südtirol nicht in das 23-köpfige WM-Aufgebot berufen.

Marco Reus
© imago/Moritz Müller

"Es ging uns nicht darum, Marco Reus eins zu eins zu ersetzen", erläuterte Löw. Auf den Positionen hinter der Spitze habe er mit Podolski, Schürrle, Götze, Müller, Özil, Draxler und auch Kroos "genügend Alternativen". Deswegen habe er sich für eine weitere Option für den Defensivbereich entschieden.

Mustafi wurde am Telefon von seiner Nachnominierung überrascht. "Ich war gerade auf dem Weg nach Hause, da hat mich der Bundestrainer angerufen", verriet der 22-jährige Innenverteidiger. "Es tut mir sehr leid für Marco, aber ich freue mich natürlich, dass ich dabei sein kann."

"Ein Traum ist geplatzt"

"Ein Traum ist von einer zur anderen Sekunde geplatzt", sagte Marco Reus am Tag nach der folgenschweren Verletzung. "Er ist natürlich auch geknickt, er ist zutiefst enttäuscht, dass er jetzt die WM verpasst", berichtete der Bundestrainer Joachim Löw von einem Gespräch mit dem 25-Jährigen.

"Ich weiß wirklich nicht, wie ich das in Worten ausdrücken soll, was ich gerade empfinde", sagte Reus in einer ersten öffentlichen Reaktion der "Bild"-Zeitung. Die Zuschauerrolle wird schmerzen, doch ein bisschen Trotz hat Reus schon entwickelt: "Ich muss jetzt aber auch nach vorne schauen, meine Reha ganz professionell angehen, denn es muss weitergehen. Ich komme noch stärker zurück, als ich war."

Zwar hat Löw im offensiven Mittelfeld noch die meisten Alternativen, doch Reus war zuletzt in Topform und ist kaum gleichwertig zu ersetzen. "Er war eine Waffe", erklärte DFB-Rekordtorschütze Miroslav Klose.

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