FSME-Fälle durch Milch in Vorarlberg:
Sechs Menschen infiziert - vier im Spital

Frischkäse von der Alm war mit Virus kontaminiert Niemand der Betroffenen Personen war geimpft

Die "Zeckenkrankheit" holt sprichwörtlich die alpinen Regionen Westösterreichs ein. Was ehemals als ziemlich undenkbar galt - FSME-Infektionen in den Bergen - trat Juli in Vorarlberg ein: Sechs Menschen wurden mit dem heimtückischen Virus infiziert. Und das laut dem Institut für Virologie der MedUni-Wien noch dazu per Schaf-Kuhmilch-Frischkäse von der Alm - ohne "Zeckenstich".

Das berichten die Wiener Experten in der neuesten Ausgabe ihrer "Virusepidemiologischen Information". Keiner der Betroffenen war gegen die FSME geimpft, vier von ihnen mussten ins Spital aufgenommen werden.

Alles begann "idyllisch"
Der Krankheitsausbruch im Umfeld einer Familie begann "idyllisch" und endete schließlich für vier Personen im Krankenhaus. Die Fachleute vom Institut für Virologie in Wien: "Am 20. Juni stieg ein Senner in Vorarlberg auf seine Alm, die sich in 1.564 Meter Seehöhe befindet und verließ diese erst wieder am Abend des 12. Juli, da er sich unwohl fühlte und den Notarzt aufsuchte."

Mit unspezifischen grippeähnliche Beschwerden wurde der Mann am Tag darauf in die HNO-Abteilung des Krankenhauses Feldkirch aufgenommen. Am 17. Juli kam der Patient schließlich auf die neurologische Abteilung ins LKH Rankweil. Eine zur Abklärung der Ursache der Erkrankung nach Wien geschickte Probe von Rückenmarksflüssigkeit des Patienten erbrachte den eindeutigen Nachweis: Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME).

Die Fachleute machten sich auf die Suche nach Ort und Grund für die Infektion. Heidemarie Holzmann und Franz X. Heinz, Chef des virologischen Instituts in Wien, in der aktuellen Ausgabe ihrer Informationsschrift: "Als der behandelnde Arzt daraufhin den Patienten befragte, stellte sich heraus, dass er nicht geimpft war und keinen Zeckenstich bemerkt hatte. Allerdings gab er an, Frischkäse, den er selbst aus unpasteurisierter Ziegen- und Kuhmilch hergestellt hatte, verzehrt zu haben. Damit stand erstmals der Verdacht einer oralen Übertragung des FSME-Virus im Raum."

(apa/red)