Früher Wechsel kann Gedächtnis schädigen:
Vorzeitige Eierstockentfernung birgt Risiko

Erinnerung an Ereignisse und Fakten wird lückenhaft Gedächtnisschwund und Parkinson werden häufiger

Früher Wechsel kann Gedächtnis schädigen:
Vorzeitige Eierstockentfernung birgt Risiko

Ein Mangel an weiblichen Geschlechtshormonen als Folge vorzeitiger Wechseljahre kann das Gehirn der Frauen schädigen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie belegen neue Studien, dass die Entfernung der Eierstöcke vor der Menopause das spätere Risiko für eine Demenz- oder Parkinsonerkrankung erhöhen.

Beeinträchtigt werden könnten vor allem das episodische und verbale Gedächtnis, so dass die Erinnerung an Ereignisse, Fakten und Begriffe lückenhaft sei. In derartigen Fällen biete die Gabe von Östrogenen Schutz für Gehirn und Nerven.

Gedächtnisschwund und Parkinson
Zur Begründung verweisen die Experten auf Untersuchungen der Mayo Clinic in Rochester: Die Wissenschaftler überprüften insgesamt 2.327 Frauen, die sich zwischen 1950 und 1987 aus medizinischen Gründen einen oder beide Eierstöcke hatten entfernen lassen. Im Vergleich zu anderen gleichaltrigen Frauen litten die Studienteilnehmerinnen später bedeutend häufiger an Gedächtnisschwund oder der Schüttellähmung Parkinson. Das Risiko stieg dabei mit der Zahl der Jahre, die zwischen der Operation und dem natürlichen Alter des Eintritts in die Wechseljahre lagen.

Kein Problem bei natürlichem Wechsel
Der natürliche Übergang in die Menopause gefährdet den Medizinern zufolge dagegen nicht das Gedächtnis, obwohl ja auch er mit einem verringerten Östrogenspiegel einher geht. Den exakten Grund für diese Unterschiede und damit für den schleichenden Verlust des Gedächtnisses bei vorzeitigen Wechseljahren kennen die Experten noch nicht.
(apa/red)